Druckschrift 
Alexander von Humboldt's Reisen und Forschungen : eine gedrängte Erz. seiner Wanderungen in d. Aequinoctial-Gegenden Amerikas u. im asiat. Rußland
Entstehung
Seite
161
Einzelbild herunterladen
 

tvt

sehr dicht stehender Bäume, sondern ein einzelner Baum,der berühmte Zamang von Guayra, der in der gan-zen Provinz wegen der ungeheuer» Ausbreitung seinerBeste, welche einen bemisphärischcu Gipfel von sechshundertund vierzehn Fuß im Umfange bilden, berühmt und be-kannt ist. Ter Zamang ist eine prächtige Mimosa-Art,deren gewundene Acste steh gabelartig thcilen. Seineschlanken und zarten Blätter zeichnen sich am Blan desHimmels sehr angenehm ab. Wir ruhetcn lange Zeit un-ter diesem Laub-Gewölbe. Der Stamm des Zamang,welcher auf der Straße von Turmero nach Maracah wächst,ist nicht über vierundsechszig Fuß hoch uud hat zehntehalbFuß im Durchmesser; allein seine wirkliche Schönheit istin der allgemeinen Gestalt des Gipfels zu suchen. DieAcste strecken sich gleich den Stäben eins großen Regen-schirms aus, und alle sind nach der Erde zu geneigt, vonwelcher sie sämmtlich zwölf bis fünfzehn Fuß entfernt blei-ben. Der Umfang der Acste oder des Laubwerks ist soregelmäßig, daß der Durchmesser verschiedener Exemplare, dieich maß, immer zweihundert und fünf, und hundert achtund.neunzig Fuß betrug. Tie eine Seite des Baumes wardurch den Einfluß der dürren Jahreszeit ihres Laubesgänzlich beraubt, während die andere Blätter und Blüthenschmückte». Die Aeste waren mit kriechenden Pflanzenüberzogen."

Die Bewohner dieser Thäler und insbesondere dieIndianer, hegen eine große Ehrfurcht für den Guayra-Za-mang , den die ersten Eroberer ziemlich in dem nehmlichenZustande gefunden zu haben scheine», worin wir ihn jetzterblicken. Seitdem man ihn aufmerksam beobachtet hat,ist keine Veränderung in seiner Größe und Gestalt wahr-zunehmen gewesen. Er muß wenigstens so alt seyn, alsder Drachenbaum. Unfern von Turmero und der Ha-cienda de Cura stehen noch mehrere andere Bäume dernehmlichen Art, mit größeren Stämmen; allein ihre He-misphärischen Gipfel haben keinen so großen Umfang."