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Alexander von Humboldt's Reisen und Forschungen : eine gedrängte Erz. seiner Wanderungen in d. Aequinoctial-Gegenden Amerikas u. im asiat. Rußland
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Die Tage, welche unsere Reisenden in diesem religiö-sen Gebäude zubrachten, glitten schnell und angenehm vor- ,über. Aom frühen Morgen bis in die Nacht durchstreif-ten sie die Wälder und Berge, um Pflanzen einzusammeln,und wenn sie durch Regenwetter vcrbindert wurden, weiteAusflüge zu machen, so besuchten sie die Hütte» der In-dianer, und kehrten nicht eher zu den guten Mönchen zu-rück, als bis sie die Glocke des Klosters zu einem freund-schaftlichem Mahle im Refectorium rufte. Bisweilen folg-ten sie denselben auch in die Kirche, um Zeuge von demreligiöse» Unterrichte zu scyn, welcher den Indianern er-ertheilt wurde; diese Unterweisung im Ckrisicnthum warkeine leichte Aufgabe, weil die Indianer nur sehr unvoll-kcmmen mit dem Spanischen bekannt waren. DcS Abendswurden Bemerkungen aufgenommen, Pflanzen getrocknet,und diejenigen gezeichnet welche ihnen neu erschienen.

Die natürlichen Schönheiten dieses anziehenden Thalsfesselten sie so sehr, daß sie erst nach längerer Zeit dieVerlegenheit ihrer gütigen Wirthe bemerkten, die zctzt nurnoch einen sehr geringen Borrath an Wein und Brodbesaßen.

Endlich am zweinndzwanzigsten September nahmen sieAbschied und machten sich mit einem Nachznge von vierMaulthicren, die ihre, Instrumente und Pflanzen trugen,ans den Weg. Das Herabsteigen von der holverigen Ketteder Berge Brigantin und Eocollar, welche eine Höhe vonungefähr vicrtausendvicrhundcrt Fuß hat, ist mit großenSchwierigkeit"» verbunden.

Die Missionäre haben einem äußerst steilen und schlüp-ferigen Abhang an der Basis der Sandsieinfelsen, welchendie Maulthiere mit unter de» Leib gezogenen Hinterbeinenauf gut Glück berabrutschcn müssen, de» Namen Purga-torium, beigelegt. Aon diesem Puncte aus sahen sie zurLinken den großen Pik von Guacharo, welcher einen äus-serst malerischen Anblick gewährte, und. bald darauf kamensie in einen dichten Wald, durch welchen sie sieben