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Und da ist nun offenbar, daß immermehr zweiHauptpartheien sich herausstellen, Chri-sten und Antichristen. Halbirtes Wesen geht im-mer weniger. Man muß Parthei nehmen (wasganz gut ohne Partheisucht und in Liebezu Andersdenkenden geschehen kann). Ent-weder Glaube oder Unglaube, Pietist^) oder Na-tionalist, Feind oder Freund der Demagogie. Die,welche keiner Parthei angehören wollen, gehörenebendeßwegen zur Parthei der Partheilosen, Farb-losen, Halben. Je mehr die Welt sich regt, destomehr auch die Kirche Christi, und je mehr Licht,desto mehr Finsterniß und desto raschere Entwicklung.
Das tritt mit jedem Jahre mehr hervor. Sosehr wir einerseits überall Klagen über steigendeVerschlimmerung hören, so sehr müssen wirandererseits mit inbrünstigem Dank gegen GOtterkennen, daß mancher Kirchenbaum, der nochvor Kurzem entblättert und welk dastand,jetzt fröhlich blühet und grünet und lieblicheFrüchte trägt. Allenthalben regt sich ein
Das heißt: der nach der Heiligen Schrift und Kir-chcnlehre glaubt und lebt. Diese Bedeutungdes Worts „Pietist" ist durch Vrctsch»eider undFritzsche vollends entschieden worden. DaS demPietismus wesentliche, aber mehr zu seinen äußer-lichen Merkmalen gehörende Vcrsammlungs-Besn-chcn liegt nothwendig in der Gemeinschaft der Hei-ligen und so in der Kirchen- und Schrift-Lehre.Daß es hie und da schlechte und sogar heuchleri-sche Pietisten gicbt, dafür können die Guten nichts,so wenig als die eilf Apostel Schuld waren, daßein Judas unter ihnen war.