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menschgewordene GOtt; sie ist das Kind der sicht-baren Mutter und des unsichtbaren Vaters, desGeistes und der Natur, sie ist der Wunderthäter,sie ist der Unsündliche, sofern der Gang ihrer Ent-wicklung ein tadelloser ist (demnach giebt es keineSünde), sie ist der Sterbende, Auferstehende, genHimmel fahrende, sofern ihr aus der Aufhebungihrer Endlichkeit als personlichen (folglich giebt eskeine Unsterblichkeit), nationalen und weltlichenGeistes ihre Einigkeit mit dem unendlichen Geistedes Himmels hervorgeht. Durch den Glauben andiesen Christus (der also nichts Anderes ist, als dieMenschen, namentlich die denkenden Philoso-phen) wird der Mensch vor GOtt gerecht, d. h.durch die Belebung der Idee der Menschheit insich wird auch der Einzelne des gottmenschlichenLebens der Gattung theilhaftig. Zeit und volks-mäßige Form der Lehre ist es, daß Christo alsdem Einzigen das beigelegt wird, was der ganzenMenschheit zukommt."
In diesen Worten ist deutlich gelehrt, daß derChristus, den die Bibel lehrt, nichts anderes ist,als die ganze Menschheit, namentlich die denkendeMenschheit, in welcher GOtt durch den Begriff zusich selber kommt. Hier ist nicht bloß der Anti-christ, der Christum als den im Fleisch erschiene-nen Sohn GOttese läugnet, sondern im Keim auchder vollendete, der vorgiebt, er sey GOtt. Aus-drücklich ist es noch nicht gesagt, aber der Wegdazu ist nicht mehr weit. Denn hat man es ein-mal so weit gebracht, zu sagen: die Menschheit