UEBERSICHT UEBEE DIE CONCLUSA DER PHILOSOPHISCHEN FACULTÄT.
LXXYII
Angulares lectiones, Winkel Vorlesungen. Kein Magister oder Baccalar, der aus-wärts promovirt worden ist, darf öffentlich anzeigen, öffentlich oder privatim lesen, wenn er nichtpro loco respondirt hat 671, 700, fremde Baccalarien werden am Imsen gehindert 683.
Archiv der Faeultät. Ein Copiar aller Urkunden wird von dem 1 Notar Wolfgang Fusiusangelegt 722, cs wird in einem Koffer im Zimmer der Senioren unter Verschluß gehalten 723, eineCommission zur Prüfung der im Fiscus der Universität verwahrten Urkunden wird eingesetzt 566.
Assumptio ad facultatem. Erschwerung wird beratlien 689.
Ausgaben der Faeultät. Geschenk an Wein an den Bischof von Merseburg 390, derCardinal Raimund Peraudi erhält 10, Conrad Wimpina, der ihn empfangen hat, 5 Gulden 390,Johannes Ilennig von Großenhain für seine Reise zum Bischof von Brixen 20 Gulden 398, die Fa-cultät gab zu jedem Ehrengeschenk, das der Rector darbrachte, die Hälfte, will aber darum an-gegangen werden und verlangt, daß die Uebergabe im Namen des Rectors, der Universität, desDccans der philosophischen Faeultät und im Namen der philosophischen Faeultät erfolgt 430, dieFaeultät schenkt dem Pleban der Nicolaikirche zu einem Gemälde (ad novam tabul am extruendam)10 Gulden 436, sie giebt 8 Gulden zum Bau der Peterskirche in muro Liptzensi 455, 30 Gulden zueinem Zimmer mit Bett für einen kranken Studenten in S. Johann, nachdem der Versuch zur Grün-dung eines studentischen Krankenhauses gescheitert war, 410, 459, 460, 20 Gulden den Domini-kanern zum Bau einer neuen Bibliothek unter der Bedingung, daß die Magister den Zutritt habensollen 463, 10 Gulden zum Bau einer neuen Küche im Fürstencolleg 464, 50 Gulden zum Bau desCollegiums B. Mariae virginis, 12 Gulden zum Bau eines neuen Refectoriums den Nonnen vonS. Georg, 4 Gulden für das Bad der Leprosen und der an der französischen Krankheit Leidenden zuS. Johann 465, 50 Gulden für die Hochzeit Herzog Heinrichs in Freiberg und 11 Gulden 7 <5, alsHälfte der Reisekosten der Universitätsgesandten, 474, 30 Gulden dem Johannes Beuschel von Rothen-burg zum Druck der Musitliias 479, für die Hochzeit des Herzogs Johann in Torgau 491, 526,15 Gulden für die Coronatiou des Bischofs Adolf von Merseburg 492, 10 Gulden dem Magister An-dreas Probst von Delitzsch wegen einer Krankheit, die er sich bei der Reise nach Merseburg imDienste der Faeultät zugezogen hat, 492, 10 Gulden dem Magister Godehard Lüderi zu seiner inHalle gefeierten Primiz 505, 10 Gulden dem Mag. Richard Crocus zum Drucke seiner Tabellen 510,10 Gulden demselben, unter der Bedingung, daß er eine Vorlesung über Griechisch gratis hält, 511,10 Gulden an Wolfgang Schindler von Elbogen für die Leitung der Diputation zwischen Eck undLuther 541, 6 Gulden für die Priesterweihe des Magister Alexander Seckler 568, 80 Gulden zumKampfe gegen die Türken 613, einen Becher im Werthe von 16 Gulden dem Joachim Camerarius 669,einen Becher im Werthe von 15 Gulden 14 Groschen 6 <S) dem Joachim Rheticus und 3 Thaler fürCatheder und Tafel im Ilörsaale des Joachim Rhaeticus 671, 5 Thaler für die durch Brandunglückbetroffene Stadt Gotha 687, 22 Gulden Gratification den mit dem Bau neuer Wohnungen beauftragtenMagistern 719, 3 Gulden 10 Va Gr. dem Famulus Valentin als Erlaß seiner Schuld 720, einen Becherim Werthe von 39 Gulden und 3 Gr. dem Joachim Camerarius 750, einen Becher im Werthe von13 Gulden 16 Groschen dem Magister Ilomelius bei seiner Hochzeit 750.
Baecalarii. Wer pro gradu baccalaureatus compliren, d. h. das Examen machen will, muß1 l j 2 Jahr studirt haben. Dispensirt werden kann bis zu 6 Wochen. Diese können auch am Endefehlen 518 ff. Da es häufig geschieht, daß die Baccalarianden das signetum nach ihrer Zulassungnicht bezahlen, so sollen zwei Magister, darunter der magister principalis, cuius est baccalariandus,d. h. der Promotor, Bürgschaft für die Zahlung übernehmen 413.
Berufungen von Professoren. Joachim Rhaeticus für Mathematik bei einem Gehaltvon 140 Gulden 671, Jacob Scheck für Griechisch mit einer Zulage von 50 Gulden über sein Stipen-dium 671, Wolfgang Mcurer für aristotelische Philosophie bei einem Gehalte von 150 Gulden 680,Joachim Rhaeticus verlangt Zulage oder eine Collegiatur 696, des Joachim Rhaeticus Professur mit140 Gulden Gehalt geht an Johannes Ilomelius über 727.