DTE MEDICINTSCITE FACULTÄT.
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3. Die Eintragungen der Promotionen. Wer die Liste der Proniovirtcn zu führen,und wo er sie einzutragen hatte, wird von den Statuten nicht entschieden. Doch lag es nahe, daßdem Senior des Consiliums, der anfangs die Decanatsgescliäfte verwaltete, seit dem Jahre 1543 aberdem jährlich wechselnden Decan die Führung der Promovirtenliste zufiel, und daß er die Namen derGraduirten selbst in die Statutenbüchcr, die bei der Vereidigung gebraucht wurden, oder in einanderes Facultätsbuch einzeichnete.
Die Einträge selbst sind sehr kurz gehalten. Etwa seit der Mitte des 15. Jahrhunderts ent-halten sic regelmäßig die Angabe der Würde, also promotus est in baccalarium, licenciati in medioinafacti sunt et jnomoti, licenciatura in mcdicina colfata est, recepit insignia doctoralia in medicina.Genaue Angabe des Tages, an dem die Promotion stattfand, war schon durch die Rücksicht auf dasAmtsalter gefordert. Bei den Doctorpromotionen wird, wenigstens im 15. Jahrhundert, der Nicolai-kirche gedacht, in der die Feierlichkeit stattfand. Ebenso nennen die Einträge bei der Ertheilung desBaccalariats den Promotor, bei der Licentiatur den Decan und Vicckanzler, bei dem Doctorat denPromotor. Daneben werden die Aufnahmen in die Facultät (assumptus est ad facultatem) und in dasConsilium (receptus est ad consilium) angeführt, finden sich Angaben über die gezahlten Gebührenund deren Verwendung, ferner Bestimmungen über den Platz, den die Promovirten und Assumirtenin der Reihenfolge der Doctorcn einzunclnnen haben, endlich auch einige Rechnungen, die sich nichtunmittelbar auf das Promotionsgeschäft beziehen.
Reichhaltiger werden die Aufzeichnungen von dem Decanat Heinrich Stromers an. Seit1525 kam der Brauch auf, in die Handschrift C die Quästionen einzutragen, über welche die Candi-daton disputirt hatten. Ausführlicher wird Rechnung über die Promotionsgebühren gelegt. DiePromotionsfeicr mit ihrem von Musikanten und Knaben geleiteten Festzug, mit ihren Geschenken anBaretten und Handschuhen und ihren opulenten Sehmäusen hat man des Längeren geschildert. Sogarder Hochzeit eines Doctors wird gedacht, die am Tage nach der Promotion folgte.
Im Ganzen wird uns in den Aufzeichnungen der medicinischen Facultät berichtet von40 Promotionen zum Baccalariat, 17 zur Licenz und 36 zum Doctorat. Daneben finden sich allein27 Assumptionen von Doctorcn. Mag auch die letztere Zahl vielleicht zu hoch gegriffen sein, dennwiederholt scheint die Doctorpromotion übergangen und der Doctor nur als receptus ad facultatemeingetragen worden zu sein, so daß er nun irrthümlich zu den Assumirten gerechnet worden ist, soist doch unzweifelhaft sicher, daß die medicinische Facultät ein kümmerliches Dasein führte und nichtin der Lage war, für einen genügend tüchtigen sicheren Nachwuchs zu sorgen. Zwar wird uns zum15. September 1529 berichtet, daß, als Martin Drembach von Leipzig pro loco respondirtc, siebenDoctorcn ihm opponirten, daß es also durchaus nicht an Facultätsmitgliedern fehlte, aber in der Regelgaben sich wohl die meisten in ihrer academischen Thätigkeit nicht allzuviel Mühe. Hören wir dochaus derselben Zeit die bewegliche Klage 133 ): „ Mancher ist zwey, drey ihar außen gewest, sallariatgewest und dennoch wenig oder nichts zu lesen bestatt. Clagen noch heut am tag dye sclmler gemetterfacultet, das dye do nützlich lessen sich selten hören lan, dye aber wenig gehör han, lessen offtmals und,dyeweyl dye schuler ynen nicht zuhoren, lassen sie entlieh auch darvon. Also bleybts den mehren teylungelessen. Daraus bisher geursacht, das in der selbigen facultet kaum ziuen adder drey scholar es ingantzer Universität befunden .“
Die verhältnismäßig unbedeutende Anzahl der Promovirten erklärt sich jedenfalls aus dersehr geringen Frequenz. Allerdings muß man sich hüten, auf die dem Verzeichnis entnommenenZahlen zu viel Werth zu legen, denn die Verzeichnisse sind kaum ganz genau geführt worden undweisen unleugbare Lücken auf. Finden sich doch unter den Inscribirten der Universitätsniatrikel nichtweniger als zehn Doctorcn der Medicin, die man unter den Angehörigen der Facultät vergebens sucht.
1M ) S. 77.
13 a-) y om Jahre 1511 bei Stiibel, Urkundcubuch 309.
COD. DIPL. SAX. II. 17.
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