XIV
EINLEITUNG.
au, und zwar mit Juni 1510 beginnend, wechselnde Ilände die Promotionen weiterhin eingetragen.Das Verzeichnis schließt, allerdings von Lücken durchbrochen, mit dem 6. Juli 1643 auf demBl. 80 jetziger Zählung.
Offenbar aber sollte das neue Buch nicht bloß die Statuten und Promotionen, sondern auchandere wichtige Aufzeichnungen der Facultät aufnehmen. Auf der ersten Seite einer späteren Per-gamentlage (jetzt Bl. 81) schrieb der Professor der Theologie Paul Schwoffheim ein: „ Laudum perviam arbitramenti in causa disputacionis extraordinarie pronunctiatum per eximmm ac clarissimumvir um dominum Iohannem Ilennigh de Haynis, sacre theologie professorem, insignis ecclesic Misnensiscanonicum et dccanum illustrissimi principis nostri dornini Georgii Saxonie ducis etc., ad hanc causameommissarium“ . Es handelt sich um eine Abmachung zwischen dem Decan Martin Meyendorn vonIlirschberg und den Professoren der theologischen Facultät über eine Promotion. Die Urkundeschließt mit den Worten: „Actum Liptzk anno dornini millesimo quingentesimo vigesimo sexto dieMercurii post festum sanctorum Philippi et Iacobi apostolorum (Mai 1) ad laudem dei Amen. Et egoIohanncs Ilcnnig de Haynis, qui supra, sacre theologie professor, laudum presens seripsi et subscripsimanu propria. Hoc laudum ita laudatum et pronunctiatum dominus decanus dicte facultatis theologieex una ac ceteri dornini doctores eiusdem facultatis omnes et singuli ex altera partibus ita, ut sonat,assumpserunt et approbaverunt, quod ita factum esse ego Paidus Svoffheym, sacre theologie qyrofessor,manu propria protestor proqoria et ex commissione eiusdem dornini decani dicte facultatis et aliorumdoctorum omnium ex ipso originali laudo huc inscripsi et manu propria seripsi“.
Aber, wie es in den Acten der Universität so häufig geschieht, die Absicht des Herstellersdes neuen Buches blieb unerfüllt und der Eintrag des Actenstückes blieb ohne Nachfolge.
Auf einer neuen Papierlage (jetzt Bl. 117 ff.) beginnen die eigenhändigen Eintragungen derSententiarii über Anfang und Ende ihrer Vorlesungen über die Sentenzen 1 ). Diese Eintragungensetzen erst mit dem Entstehungsjahre des Bandes, mit dem Jahre 1510, ein und enden auf Bl. 119mit dem Jahre 1538.
Endlich finden sich noch auf den letzten Blättern, und zwar wiederum auf einer besonderenLage, zwei Formulare von einer Hand des ausgehenden 16. Jahrhunderts eingetragen. In dem einen,überschrieben: „Rcverendissimo domino et principi domino N., episcopo ecclesiae Merseburgcnsis,cancellario academiae Lipsicae , domino nostro clementissimo “ und unterzeichnet „Lipsiae III. Cal.Augusti Tuae reverendissimae clementiae addictissimi decanus et communitas studii thcologici in aca-demia Lipsiensi “, bittet die theologische Facultät den Bischof, er möge den derzeitigen Rector(S. 1555) Alexander Alesius mit der Vornahme der Doctorpromotion an zwei Kandidaten beauftragen.In dem zweiten Formular vom X. Cal. Febr. mit der Ueberschrift „Decanus collegii thcologici uni-versis pietatis Christianae et veritatis studiosis “ lädt der Decan die Studenten zum VII. Cal. Februar,zur Theilnahme au der auf diesen Tag anberaumten feierlichen Promotion von Magistern der freienKünste zu Baccalarien der Theologie ein. Das dritte Formular endlich „Decanus et collegium studiitlieologici in academici Lipsica universis veritatis coelestis et sacrarum liierarum studiosis ... LipsiaeXV. Cal. Nov. anno Christi 3IDLV“ enthält ein Zeugnis über die Ertheilung des Grades des Bacca-lariats der Theologie an einen Magister artium. Alle drei Formulare stammen aus dem Sommer1555, in dem Alexander Alesius Rector war. Der Versuch, die wichtigsten Formeln in dem Buchezu vereinigen, hat indessen keinen Beifall gefunden. Es hat bei den dreien sein Bewenden gehabt.
Eingebunden wurde das Buch höchstwahrscheinlich im Beginn des Jahres 1510, denn keineGebrauchsspur weist darauf hin, daß etwa die einzelnen Hefte längere Zeit in gesonderter Benutzunggewesen seien.
Auf der Rückseite des Vorderdeckels findet sich noch eingetragen ein „Testimonium probaccalaureo formato magistro Wolffgango Winchelman Egrano “, ausgestellt von dem Decan der
') Gedruckt bei Th. Brieger, Die theologischen Promotionen auf der Universität Leipzig, 40—44.