VORWORT.
XI
Iu der Einleitung war ich gezwungen, nuf das Promotionswesen seihst cinzugohen: hatteich doch auf den Leser Rücksicht zu nehmen, der mit den Einrichtungen der mittelalterlichen Uni-versitäten nicht vertraut ist. Ich habe mich dabei auf das Nothwcndigste beschränken zu dürfen ge-glaubt, da ich an anderer Stelle, in der Geschichte der Universität zu Leipzig, deren erster Band imLaufe des nächsten Jahres erscheinen wird, auf Grund des gesammten Quellenmaterials die Promo-tionen im Zusammenhänge zu erörtern haben werde. Die zahlreichen Couelusa der philosophischenEacultät sind, soweit sic mit den in der Einleitung zu behandelnden Fragen in Verbindung stehen,bereits für die Darstellung des Promotionswesens herangezogen worden. Um aber dem Benutzerder Ausgabe, der nach Beschlüssen über andere Gegenstände sucht, die Uebcrsicht über den Inhaltzu erleichtern und ihm die lästige Arbeit, das Ganze durchzulesen, zu ersparen, habe ich unter be-stimmten Stichworteu den Inhalt der Beschlüsse mitgetheilt.
Der Text ist nach den iu der Einleitung zum ersten Bande aufgestelltcn Grundsätzen be-arbeitet worden. Insbesondere möchte ich noch darauf aufmerksam machen, daß in Abweichung vonden Handschriften nicht nur die Eigennamen, sondern auch die Angaben des Datums, wie post Crucisinventionom, ante Trium regum, um sie dem Auge besser kenntlich zu machen, mit großen Anfangs-huchstaben gesetzt worden sind.
Auf die Wiedergabe bildlicher Darstellungen, wie sie die Matrikel der philosophischen Ea-cultät, wenn auch in geringerer Zahl und mit weniger Kunst als die Universitätsmatrikel, aufweist,ist verzichtet worden. Die künstlerische Beigabe gehört, wie die Einleitung zum ersten Bande dar-legt (S. xx und xxn), der Universitätsmatrikel an. Es ist das Schwurbild der Matrikel A", ver-muthlicli vom Jahre 1456. Ihm habe ich den Eid vom Jahre 1543 beigegeben.
Die Tabelle, die die Einleitung schließt, verzeichnet die Decane und Vicekanzler und giebtfür jedes Semester die Zahl der promovirten Baccalarien und Magister an. Die cursiv gedrucktenZidern bedeuten, daß außergewöhnliche Ereignisse, wie Kriege und Pest, die Zahl der Promovirtenbeeinflußt haben. Eine andere, dem dritten Bande beigegebene Tabelle wird zur Anschauung bringen,wie viele Scholaren eines jeden Semesters zum Baccalariat und Magisterium gelangten.
Leichter benutzbar werden die beiden Bände erst werden, wenn der Registerband ver-öffentlicht worden ist. Sein Erscheinen ist, da die Vorarbeiten hierzu dem Abschlüsse nahe sind, imJahre 1899 zu erwarten.
Königsberg i. Pr., den 1. Juni 1897.
Georg Erler.
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