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2 (1897) Die Promotionen von 1409 - 1559
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VORWORT.

Ehe aber noch E. G. Gersdorf seine zweite Abhandlung veröffentlichte, hatte Fr. Zarnckeseine mustergiltige Arbeit, über die urkundlichen Quellen zur Geschichte der Universität Leipzig inden ersten 150 Jahren ihres Bestehens erscheinen lassen, in der er nicht nur das handschriftlicheMaterial, das der vorliegenden Ausgabe zu Grunde liegt, einer eingehenden Besprechung unterzog,sondern auch ein Verzeichnis der Decane der philosophischen Facultät und genaue Angaben überdie unter ihnen vollzogenen Promotionen mittheilte * * 4 ). Seine wenige Jahre später erschienene Aus-gabe der Statutenbücher der Universität Leipzig aus den ersten 150 Jahren ihres Bestehens er-möglichte es zugleich zum ersten Male, eine eingehende Kenntnis von dem Promotionswesen, mitdem sich die Statuten in erster Linie beschäftigen, zu gewinnen 5 6 ).

In trefflicher Weise hat alsdann Emil Friedberg das Doctorenverzeichnis der juristischenFacultät bis 1600, das der Licentiaten und Baccalarien für die Jahre 14791508°), Theod. Briegeraber die theologischen Promotionen für die Zeit von 14281539 herausgegeben 7 ). Die Promotions-verzeichnisse der mediciuischen und der philosophischen Facultät dagegen sind, obwohl namentlichdie Wichtigkeit der letzteren längst erkannt war und sie auch schon vielfach benutzt worden sind 8 ),bisher ungedruckt geblieben.

Nicht gleichmäßig haben sich bei den verschiedenen Facultäten die Aufzeichnungen derGraduirten gestaltet. Die medicinische Facultät, die durch lange Zeit nur ein kümmerliches Daseinführte, ist zu einem regelmäßig geführten Verzeichnis während des ganzen Zeitraums von 1409 bis1559 überhaupt nicht gekommen. Die Juristen haben sich erst nach geraumer Zeit dazu ent-schlossen, in ihr Promotionsverzeichnis Ordnung zu schaffen. Besser ist das der Theologen, wennauch nicht ohne Lücken. Einer verhältnismäßig festen Tradition kann sich dagegen die von Anfangan größte und am besten organisirte philosophische oder Artistenfacultät rühmen. Ihre Verzeichnissesind, von den ersten Jahren abgesehen, wo mehrere Decanate verloren gegangen sind, mit großerGenauigkeit geführt worden. In der Form der Eintragungen sind die dazu bestellten Beamten aberauch hier nicht immer sich gleich gebliehen. Für die Bearbeitung, deren Aufgabe es vor allem seinmußte, den Druck übersichtlich zu gestalten, erwuchsen damit nicht geringe Schwierigkeiten, diesich nur zum Theil lösen ließen. Ich habe namentlich geschwankt, ob ich mich bloß auf die Namen-reihen beschränken und auf die vielfachen Zusätze, wie sie namentlich die Handschriften der philo-sophischen Facultät bieten, verzichten sollte. Der Umfang der Ausgabe konnte hierdurch vermin-dert, die Uebersichtlichkeit erhöht werden. Die Erwägung aber, daß es sich hier um ein wcrthvolleshistorisches Material handelt, daß namentlich die zahlreichen Conclusa der philosophischen Facultätes uns nicht nur gestatten, eine Reihe von Statuten nach ihrer Entstehungszeit zu bestimmen,sondern auch die in dem Statutenhuche im Anfänge des 16. Jahrhunderts bestehende große Lückein erfreulicherweise auszufüllen, veranlaßten mich, doch über den Abdruck dürftiger Namenver-zeichnisse hinauszugehen.

i ) In den Abhandlungen der König!. Sachs. Gesellschaft der Wissenschaften (Leipzig 1857) III, 509 ff. Ein

Nachtrag über die ältesten Statutenbücher der juristischen Facultät der Universität Leipzig in den Berichten über

die Vcrh. der Königl. Sachs. Gesellschaft der Wissensch. zu Leipzig. Phil.-histor. Classe (Leipzig 1803) XV, 79 ff.

5 ) Leipzig 1861.

6 ) Das Collegium iuridicum, ein Beitrag zur Geschichte der Leipziger Juristonfacultät. Leipzig 1882.

) Die theologischen Promotionen auf der Universität Leipzig, Univcrsitätsprogr. Leipzig 1890.

s ) In neuerer Zeit namentlich von Paul Willi. Ullrich, Die Anfängo"der Universität Leipzig, I. Pcrsonal-verzeichnis von 1409 b1419 (Leipzig 1895) und M. Perlbach, Prussia scholastica (Leipzig 1895).