Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
275
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Daß diese erste Entdeckung von Amerika in oder vordem Ilten Jahrhundert nichts großes und bleibendes zuErweiterung der physischen Weltanschauung schaffen konnte,wie es das Wiederauffinden desselben Continents durch Ko-lumbus am Ende des 15ten Jahrhunderts hervorbrachte,ergiebt sich aus dem Zustande der Nncultur des Volks-stammes, welcher die erste Entdeckung machte, und aus derNatur der Gegenden, auf welche dieselbe beschränkt blieb.Durch keine wissenschaftliche Kenntniß waren die Scan-dinavier vorbereitet, um, über die Befriedigung des nächstenBedürfnisses hinaus, die Länder, in denen sie sich ange-siedelt, zu durchforschen. Als das eigentliche Mutterlandjener neuen Kolonien waren Grönland und Island zu be-trachten, Regionen, in denen der Mensch alle Beschwerdeneines unwirthbaren Klima's zu bekämpfen hatte. Der wun-derbar organisirte isländische Freistaat erhielt allerdingsseine Selbstständigkeit viertehalb hundert Jahre lang, bisdie bürgerliche Freiheit unterging und das Land sich demnorwegischen König Hakon VI unterwarf. Die Blüthe derisländischen Litteratur, die Geschichtsschreibung, die Auf-sammlung der Sagas und der Edda-Lieder bezeichnen das12te und I3te Jahrhundert.

Es ist eine merkwürdige Erscheinung in der Kultur-geschichte der Völker, den Nationalschatz der ältesten Ueber-lieferungen des europäischen Nordens, durch Unruhen inder Heimath gefährdet und nach Island übergetragen, dortsorgsam gepflegt und für die Nachwelt gerettet zu sehen.Diese Rettung, die entfernte Folge von Jngolf's erster An-siedelung auf Island (875), ist eine wichtige Begebenheit inden Kreisen der Dichtung und schaffender Einbildungskraft