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Oscillationen der Erdrinde. Strabo sagt ausdrücklich, daßdie veränderten Grenzen zwischen Meer und Land mehr derHebung und Senkung des Bodens als den kleinlichen An-schwemmungen zuzuschreiben seien; „daß nicht bloß einzelneFelömasscn oder kleine und große Inseln, sondern ganzeContinente können emporgehoben werden". Wie Hero-dot, ist Strabo auch auf die Abstammung der Völker unddie Racenverschiedenheit des Menschen aufmerksam, welchener merkwürdig genug „ein Land- und Luftthier" nennt,das „vieles Lichtes bedürftig" ist^. Die ethnologi-sche Absonderung der Stämme finden wir am schärfstenaufgefaßt in den Commentaren des Julius Cäsar wie indes Tacitus herrlicher Lobrede auf den Agricola.
Leider ist Strabo's großes, an Thatsachen so reichhal-tiges Werk, dessen kosmische Ansichten wir hier zusammen-stellen, in dem römischen Alterthume bis in das fünfteJahrhundert fast unbekannt, selbst von dem vielsammelndenPlinius unbenutzt geblieben. Es hat erst am Ende desMittelalters auf die Richtung der Ideen gewirkt: aber inminderem Maaße als die mehr mathematische, den physika-lischen Ansichten fast ganz entfremdete, tabellarisch-nüch-terne Geographie des Claudius Ptolemäus. Letztereist bis in das sechzehnte Jahrhundert der Leitfaden allerReisenden gewesen. Was man entdeckte, glaubte man fastimmer in ihr unter anderen Benennungen zu erkennen.Wie die Naturhistoriker lange neu aufgefundene Pflanzenund Thiere den elastischen Verzeichnissen des Linnäus an-schlössen, so erschienen auch die frühesten karten des NeuenKontinents in dem Atlas des Ptolemäus, welchen Agathv-dämon zu derselben Zeit anfertigte als im fernsten Asien