Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
206
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des längst Gesammelten. Nachdem, so viele Jahrhundertehindurch, bis zum mächtigen Austreten des Aristoteles, dieNaturerscheinungen, jeder scharfen Beobachtung entzogen,in ihrer Deutung der alleinigen Herrschaft der Ideen, ja derWillkühr dumpfer Ahndungen und wandelbarer HypothesenanHeim gefallen waren, offenbarte sich jetzt eine höhereAchtung für das empirische Wissen. Man untersuchte undsichtete, was man besaß. Die Naturphilosophie, minderkühn in ihren Spekulationen und phantastischen Gebilden,trat endlich der forschenden Empirie näher auf dem sicherenWege der Jnduction. Ein mühevolles Streben nach An-häufung des Stoffes hatte eine gewisse Polymathie not-wendig gemacht; und wenn auch das vielseitige Wissen inden Arbeiten ausgezeichneter Denker wohlthätige Früchtedarbot, so zeigte sich dasselbe doch, bei der hingesunkenenSchöpfungskrast der Hellenen, nur zu oft von Geistlosigkeitund nüchterner Erudition begleitet. Auch haben Mangelan Pflege der Form wie an Lebendigkeit und Anmuth derDiction dazu beigetragen die alerandrinische Gelehrsamkeitstrengen Urtheilen der Nachwelt auszusetzen.

Es ist diesen Blättern vorbehalten hauptsächlich dashervorzuheben, was die Epoche der Ptolemäer durch dasZusammenwirken äußerer Verhältnisse, durch Stiftung undplanmäßige Ausstattung zweier großer Anstalten (des aler-andrinischen Museums und zweier Büchersamm-lungen im Bruchium^ und in Rhakotis), durch die colle-gialische Annäherung so vieler Gelehrten, die ein praktischerSinn belebte, geleistet hat. Das encyclopädische Wissenerleichterte die Vergleichung des Beobachteten, die Verall-gemeinerung von Naturansichten. Das große wissenschaftliche