IK8
überaus wahrscheinlich, daß die durch ihre Kolonien am per-sischen Meerbusen und ihren Verkehr mit den Gcrrhäern derperiodisch wehenden Monsune früh kundigen Phönicier diewestliche Küste der indischen Halbinsel besuchten. ChristophKolumbus war sogar überzeugt, daß Ophir (Salomo's El-dorado) und der Berg Sopvra ein Theil von Ost-Asien,von der Lstersonesns aurea des Ptolemäus sei.^ Wennes schwierig scheint sich Vorder-Indien als eine ergiebigeQuelle des Goldes zu denken, so glaube ich, daß man,nicht etwa an die „goldsuchendcn Ameisen" oder an Ktesiasunverkennbare Beschreibung eines Hüttenwerkes, inwelchem aber nach seinem Vorgeben Gold und Eisen zu-gleich geschmolzen wurde sondern nur an die Verhältnisseder geographischen Nähe des südlichen Arabiens, der vonindischen Ansiedlern bebauten Insel des Dioscorides svinüoliotora der Neueren, Verstümmelung des sanskritischenvvipa Suklmtarg), und an die goldführende oft-afrikanischeKüste von Sosala zu erinnern braucht. Arabien und dieeben genannte Insel, südöstlich von der Meerenge Bab-el-Mandeb, waren für den phönicisch-jüdischen Handelsver-kehr gleichsam vermittelnde Elemente zwischen der indischenHalbinsel und Ost-Afrika. In diesem hatten sich seit denältesten Zeiten Inder wie auf einer ihrem Vaterlande gegen-überstehenden Küste niedergelassen, und die Ophirfahrerkonnten in dem Bassin des erythräisch-indischen Meeresandere Quellen des Goldes als Indien selbst finden.
Nicht so vermittelnd als der phönicische Stamm, auchden geographischen Gesichtskreis weniger erweiternd, undfrüh schon unter dem griechischen Einflüsse eines seewärtseinbrechenden Stromes pclasgischer Tyrrhener, zeigt sich