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Zügen geschildert, so mußten wir jetzt auch an die Jahr-tausende erinnern, um welche die menschliche Cultur imNilthal der von Hellas vorangegangen ist. Ohne diesesimultanen Beziehungen von Raum und Zeit können wir,nach der inneren Natur der Gedankenwelt, uns kein klaresund befriedigendes Geschichtsbild entwerfen.
Die Cultur im Nilthale, früh durch geistiges Bedürfniß,durch eine sonderbare physische Beschaffenheit des Landes,durch priesterliche und politische Einrichtungen erweckt undunfrei gemodelt, hat, wie überall auf dem Erdboden, zumContact mit fremden Völkern, zu fernen Heerzügen undAnsiedelungen angeregt. Was aber Geschichte und Denk-mäler uns darüber ausbewahrt haben, bezeugt vorüber-gehende Eroberungen auf dem Landwege und wenig aus-gedehnte eigene Schifffahrt. Ein so altes und mächtigesKulturvolk scheint weniger dauernd nach außen gewirkt zuhaben als andere vielbewegte kleinere Volksstämme. Dielange Arbeit seiner Nationalbildung, mehr den Massen alsden Individuen gedeihlich, ist wie räumlich abgeschieden unddeshalb für die Erweiterung kosmischer Ansichten wahrscheinlichunfruchtbarer geblieben. Ramses-Miamen (von 1388 bis1322 vor Chr., also volle 600 Jahre vor der ersten Olym-piade des Koröbus) unternahm weite Heerzüge: nachHerodot „in Acthiopien (wo seine südlichsten BauwerkeLepstus am Berg Barkal fand), durch das palästinischeSyrien, von Kleinasten nach Europa übersetzend, zu denScythen, Thraciern, endlich nach Kolchis und an denPhasts-Strom, wo von seinen Soldaten des Herumziehenömüde Ansiedler zurückblieben. Auch habe Ramses zuerst,sagten die Priester, mit langen Schiffen die Küstenbewohner