Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
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dargestellt;^ sie dienten lange zum Repräsentanten der ganzenTropen-Vegetation, wie ?inus pinoa nach einem noch sehrverbreiteten Glauben die Vegetation Italiens ausschließlichcharakteristren soll. Die Umrisse hoher Gebirgsketten wur-den wenig studirt; ja Schneegipfel, welche sich über grüneAlpenwiesen erheben, wurden damals noch von Naturfor-schern und Landschaftmalern für unerreichbar gehalten. DiePhysiognomik der Felsmassen reizte fast nur da zu einergenaueren Nachbildung an, wo der Gießbach sich schäumendund furchend eine Bahn gebrochen hat. Auch hier ist wie-der die Vielseitigkeit eines freien, sich in die ganze Naturversenkenden künstlerischen Geistes zu bezeichnen. Ein Ge-schichtsmaler, derselbe Rubens, der in seinen großen Jagd-stücken das wilde Treiben der Waldthiere mit unnachahm-licher Lebendigkeit geschildert hat, faßte beinahe gleichzeitigdie Gestaltung des Erdreichs in der dürren, gänzlich öden,felsigen Hochebene des Escorials mit seltenem Glücke land-schaftlich auf. ^

Die Darstellung individueller Naturformcn, den Theilder Kunst berührend, welcher der eigentliche Gegenstanddieser Blätter ist, konnte an Mannigfaltigkeit und Genauig-keit erst dann zunehmen, als der geographische Gesichtskreiserweitert, das Reisen in ferne Klimate erleichtert und derSinn für die relative Schönheit und Gliederung der vege-tabilischen Gestalten, wie sie in Gruppen natürlicherFamilien vertheilt sind, angeregt wurden. Die Entdeckun-gen von Kolumbus, Vasco de Gama und Alvarez Cabralin Mittel-Amerika, Süd-Asien und Brasilien, der ausge-breitete Specerei- und Droguen-Handel der Spanier, Portu-giesen, Jtaliäner und Niederländer, die Gründung botanischer,