Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
80
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allmälig zu einiger Selbstständigkeit gelangt sind. Was unsdie, neuerlichst sv glücklich sortgesetzten Ausgrabungen inPompeji von antiker Landschaftmalerci in der Manier desLudiuS zeigen, gehört höchst wahrscheinlich einer einzigenund zwar sehr kurzen Zcitepoche ^ von Nero bis Titus an;denn die Stadt war 16 Jahre vor dem berühmten Ausbruchdes Vesuvs schon einmal durch Erdbeben gänzlich zerstörtworden.

Die spätere christliche Malerei blieb nach ihrem Kunst-charakter, von Constantin dem Großen an bis zu dem An-fange des Mittelalters, der ächt griechischen und römischennahe verwandt. Es offenbart uns dieselbe einen Schatzvon alten Erinnerungen sowohl in den Miniaturen welcheprachtvolle und wohlerhaltene Manuskripte zieren, wie inden seltneren Mosaiken derselben Epochen. Rumohr gedenkteines Psalmen-Manuscripts in der Barberina zu Rom, woin einer MiniaturDavid die Harfe schlägt, von einemanmuthigen Haine umgeben, aus dessen Gezweige Nymphenhervorlauschcn. Diese Personification deutet auf die an-tike Wurzel des ganzen Bildes." Seit der Mitte des sechstenJahrhunderts, wo Italien verarmt und politisch zerrüttetwar, bewahrte vorzugsweise die byzantinische Kunst im öst-lichen Reiche den Nachklang und die schwer verlöschendenTypen einer besseren Zeit. Solche Denkmäler bilden denUebergang zu den Schöpfungen des späteren Mittelalters,nachdem die Liebe zu der Ausschmückung der Manuscriptesich aus dem griechischen Orient nach den Abendländernund dem Norden, in die fränkische Monarchie, unter denAngelsachsen und in die Niederlande verbreitet hatte. Esist daher von nicht geringer Wichtigkeit für die Geschichte