Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
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aller inneren Anregung in rhetorische Schwülstigkeit undtrübe Sentimentalität ausartet.

Naturbeschreibungen, wiederhole ich hier, können scharfumgrenzt und wissenschaftlich genau sein, ohne daß ihnendarum der belebende Hauch der Einbildungskraft entzogenbleibt. Das Dichterische muß aus dem geahndeten Zusammen-hange des Sinnlichen mit dem Jntellectuellen, aus demGefühl der Allverbreitung, der gegenseitigen Begrenzungund der Einheit des Naturlebens hervorgehen. Je erhabenerdie Gegenstände sind, desto sorgfältiger muß der äußereSchmuck der Rede vermieden werden. Die eigentliche Wirkungeines Naturgemäldes ist in seiner Composition begründet;jede geflissentliche Anregung von Seiten dessen, der es auf-stellt, kann nur störend sein. Wer, mit den großenWerken des Alterthums vertraut, in sicherem Besitze desReichthums seiner Sprache, einfach und individualisirendwiederzugeben weiß, was er durch eigene Anschauung em-pfangen, wird den Eindruck nicht verfehlen; er wird esum so weniger, als er, die äußere, ihn umgebende Naturund nicht seine eigene Stimmung schildernd, die Freiheitdes Gefühls in anderen unbeschränkt läßt.

Aber nicht die lebendige Beschreibung jener reich ge-schmückten Länder der Aequinoctial-Zonc allein, in welcherIntensität des Lichts und feuchte Wärme die Entwicklungaller organischen Keime beschleunigen und erhöhen, hat inunseren Tagen dem gesammten Naturstudium einen mäch-tigen Reiz verschafft. Der geheime Zauber, durch den eintiefer Blick in das organische Leben anregend wirkt, ist nichtauf die Tropenwelt allein beschränkt. Jeder Erdstrich bietetdie Wunder fortschreitender Gestaltung und Gliederung,