Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
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nie die Begeistrung des Dichters, der Schmuck der Redeund die süßen Laute der Schwermut!) der Genauigkeit in derDarstellung physischer Erscheinungen hinderlich werden. Siehaben vielmehr, wie dies immer der Fall ist, wenn die Kunstaus ungetrübter Quelle schöpft, den belebenden Eindruckder Größe und Wahrheit der Naturbilder erhöht. Unnach-ahmlich sind in Camoens die Schilderungen des ewigenVerkehrs zwischen Luft und Meer, zwischen der vielfach ge-stalteten Wolkendecke, ihren meteorologischen Processen undden verschiedenen Zuständen der Oberfläche des Oceaus. Erzeigt unö diese Oberflache, bald wenn milde Winde sie kräu-seln und die kurzen Wellen im Spiel des zurückgeworfenenLichtstrahls funkelnd leuchten, bald wenn Cvelho's und Paulde Gama's Schiffe in einem furchtbaren Sturme gegen die tiefaufgeregten Elemente ankämpfen.^ Camoens ist im eigent-lichsten Sinne des Worts ein großer Seemaler. Als Kriegs-mann hatte er gefachten an dem Fuße des Atlas im ma-rokkanischen Gebiete, im rothen Meere und im persischenMeerbusen; zweimal hatte er das Cap umschifft und, mittiefem Naturgefühl begabt, 16 Jahre laug an dem indi-schen und chinesischen Gestade alle Phänomene des Welt-meers belauscht. Er beschreibt das electrische St. Elms-feuer (Castor und Pollur der alten griechischen Seefahrer),daS lebende Lichtdem Seevolke heilig"; er beschreibt diegefahrdrohende Trombe in ihrer allmäligen EntWickelung:wie der Dunst, aus feinem Duft gewoben, sich im Kreisedreht, ein dünnes Rohr herabläßt und die Fluth dürstendaufpumpt; wie er, wenn das schwarze Gewölk sich sattgesogen, den Fuß des Trichters zurückzieht und, zum Him-mel fliegend, auf der Flucht als süßes Wasser den Wogen