Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
54
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durch den Anblick einer reich geschmückten erotischen Natur,Eindrücke zurückließ, deren Lebendigkeit sich nach Jahr-hunderten noch, in den Werken hochbegabter Schriftsteller,offenbart; so wirkte zum zweiten Male, und selbst in einemhöheren Maaßstabe als die Kreuzzüge, auf die westlichenVölker die Entdeckung von Amerika. Die Tropenwelt mitder ganzen Neppigkeit ihrer Vegetation in der Ebene, mitallen Abstufungen des Organismus am AbHange der Kor-dilleren, mit allen Anklängen nördlicher Klimate in den be-wohnten Hochebenen von Merico, Neu-Granada und Quitowurde nun zuerst den Europäern eröffnet. Die Phantasie,ohne deren Anregung kein wahrhaft großes Werk der Mensch-heit gedeihen kann, gab den Naturschilderungen von Kolum-bus und Vespucci einen eigcnthümlichen Reiz. Den letzterencharakterisirt in der Beschreibung der brasilischen Küste einegenaue Bekanntschaft mit den Dichtern alter und neuer Zeit;jenen in der Beschreibung des milden Himmels von Pariaund der (wie er wähnt) dem östlichen Paradiese entströmen-den Wassermengc deck Orinoco eine ernste religiöse Stim-mung. Bei zunehmendem Alter, beim Ankämpfen gegenungerechte Verfolgung ging diese Stimmung in Trübsinnund schwärmerische Begeisterung über.

In den heroischen Zeiten der portugiesischen und casti-lianischen Vvlksstämme führte nicht Golddurst allein (wieman aus Unkünde des damaligen Volkslebens behauptet),londern allgemeine Aufregung zu den Wagnissen fernerNeisen. Die Namen Haiti, Cubagua und Darienwirkten, im Anfang des sechzehnten Jahrhunderts, auf dieEinbildungskrast der Menschen wie in den neueren Zeitendie, seit Anson und Cook gefeierten Namen von Tinian