Naturgefühls, zu schildern, um den Ursachen nachzuspüren,welche, besonders in der neueren Zeit, durch Belebung derEinbildungskraft so mächtig auf die Liebe zum Natur-studium und auf den Hang zu fernen Reisen gewirkt haben.
Die Anregungsmittel sind, wie wir schon früherbemerkt haben', von dreierlei Art: ästhetische Behandlungvon Naturscenen, in belebten Schilderungen der Thier- undPflanzenwelt, ein sehr moderner Zweig der Litteratur;Landfchaftmalerci, besonders in so fern sie angefangen hatdie Physiognomik der Gewächse aufzufassen) mehr verbreiteteCultur von Tropengewächsen und contrasiirendc Zusammen-stellung erotischer Formen. Jedes der hier bezeichnetenAnregungsmittel könnte schon seiner historischen Beziehun-gen wegen der Gegenstand vielumfassender Erörterung wer-den; aber nach dem Geiste und dem Zweck meiner Schriftscheint es geeigneter nur wenige leitende Ideen zu ent-wickeln, daran zu erinnern, wie die Naturwelt in verschie-denen Zcitepochen und bei verschiedenen Volksstämmcn soganz anders auf die Gedanken- und Empfindungswelt ein-gewirkt hat, wie in einem Zustande allgemeiner Culturdas ernste Wissen und die zarteren Anregungen der Phan-tasie sich gegenseitig zu durchdringen streben. Um die Naturin ihrer ganzen erhabenen Größe zu schildern, darf mannicht bei den äußeren Erscheinungen allein verweilen; dieNatur muß auch dargestellt werden, wie sie sich im Inne-ren des Menschen abspiegelt, wie sie durch diesen Refler balddas Ncbelland physischer Mythen mit anmuthigcn Gestaltenfüllt, bald den edlen Keim darstellender Kunstthätigkeit ent-faltet.
Indem wir uns hier auf die einfache Betrachtung der