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Die Wahrscheinlichkeitsrechnung und ihre Anwendung auf das wissenschaftliche und praktische Leben
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Vorrede.

Erlernte dann gern anwenden wollen, desto mehr bewegen,sich mit dem theoretischen Theile dieser Wissenschaft nurwenig abzugeben oder wohl gar ganz aus dem Bereicheihres Studiums zu lassen.

Aber es gicbt, und dieß ist die zweite Ursache, auchviele, welche zwar wünschen, sich mit den Lehren dieserWissenschaft vertraut zu machen, die aber, da sie Ma-thematik nicht vx prokosso treiben entweder wegen ihresHauptstudiums nicht Zeit genug oder alle zum Studium derWahrscheinlichkeitsrechnung erforderlichen Vorkenntnisse voll-kommen besitzen eben deshalb irgend eines der Werkedieser Wissenschast, welche bis jetzt erschienen sind, sobald siees zur Hand nehmen, aller Liebe und Ausdauer ungeachtet,früher oder spater wieder bei Seite legen werden. Dennentweder ist das Buch ein nur für Mathematiker verständ-liches Werk, das die Lehren der Wahrscheinlichkeitsrechnungkurz und abstract vortragt, vielleicht gar auch Beweise auf-stellt, welche die Infinitesimalrechnung zu Hilfe nehmen,und übrigens wenig oder gar nichts von der Anwendungder Probabilitätsrechnung mittheilt, oder das besagte Buchenthalt zwar die theoretischen Lehren und viele interessanteAnwendungen der Wissenschast zugleich, aber es schreckt dieoben erwähnte Gattung von Lesern (und sie zählt dochwohl die meisten Personen?) ebenso durch sein Volumen,seine Weitschweifigkeit und den Mangel eines leicht-fassendenUeberblickes zurück, als ein Buch der vorigen Art, welchesden Leser nur durch eine Menge mehr oder minder zusam-mengesetzter Formeln, Gleichungen, Ausdrücke u. s. w. bloßmit der gespanntesten Aufmerksamkeit die Geduld auf'sHöchste in Anspruch nehmende Weise so hindurch führt, daßder Leser gemeiniglich gar nicht bis zu Ende des Buchesgelangt, sondern, kaum die Hälfte durchlaufen, nicht das ge-sunden hat, was er zu seinem Zwecke bedarf, und folglich einsolches Buch ebenfalls gar bald weglegen wird. Wer