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Suppl. [1] (1908) Das Archiv Gutenberg
Entstehung
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Yon Prof. Dr. J. Loserth.

von Salzburg, also zwischen 1060—1088. So nannte sichauch sein Enkel Liutold der Ältere, dessen Witwe Jutaund dessen gleichnamiger Sohn dem Erzstifte Salzburg am29. Januar 1152 die beiden Schlösser Weiz und Waldsteinund die Pfarre St. Dionys samt allem Zugehör schenken;eine Schenkung, die, wie man den späteren Urkunden ent-nimmt, nicht zustande gekommen ist. Man entnimmt demGesagten, daß Liutold zuerst nach St. Dionys, dann nachWaldstein, zuletzt nach Gutenberg beigenannt war. ObWichardund Walther von Waldstein, die in mehreren Urkunden jenerZeit genannt werden, zur Familie von Gutenberg in verwand-schaftlichen Beziehungen gestanden, läßt sich nicht ermitteln.Wie schon vorlängst bemerkt wurde, 1 dürfte die Verwand-schaft, falls eine solche existierte, eine sehr entfernte ge-wesen sein: wir möchten in ihnen eher Dienstmannen desHauses sehen, da sie unter diesen genannt sind 2 und beidem Erbe des Gutenbergers leer ausgehen. Ob Liutold vonGutenberg den Kreuzzug mitmachte und, falls er dies tat,in die Heimat zurückkehrte, ist aus gleichzeitigen Quellennicht zu entnehmen. 3 In einem Schriftstück aus dem Jahre 1205,in welchem Elisabeth von Gutenberg dem Herzog Leopoldmitteilt, daß sie die von ihr und ihrem Gatten seinerzeitdem Stifte Reun gemachte Schenkung von Gütern bei Übel-bach und Waldstein vermehrt habe, wird sie bereits alsWitwe genannt. 4 Im folgenden Jahre bestätigt der Herzogeine Schenkung von fünf Huben und einer bei Feistritz ge-legenen Mühle, die sie an das Kloster Admont gemachthatte. 5

Doch es ist Zeit, uns der Geschichte ihrer TöchterKunigunde und Gertrud zuzuwenden. Wir besitzen einenBrief des Abtes Otto von Reitenbuch an den Abt Ruprechtvon Tegernsee, aus dem wir ersehen, daß beide Töchtergewaltsam aus dem Elternhause entführt wurden und daßes hierüber zu blutigem Streite kam. Da man aus der

1 Kummer 1. c. S. 197.

2 Urkb. I, 668, Otto filius et filius eius Otto Saxo, Wichart deWaltstein et Walther frater eius, Chunrat, Durinch et frater eius Hart-wich, Hartman, Herman, Pernhart, Gundacher, Gotschalch militesproprii domini Liutoldi.

3 Zu den Bemerkungen Ilwofs, Mitt. d. hist. Yer. 49, S. 20 u. 22.ist aus dem Obigen zu ersehen, daß Liutold von Gutenherg und vonWaldstein nicht zwei verschiedene Personen sondern identisch sind.

4 Urkunden buch II, 116, 120/1.

5 Ebenda 119.