I. Zur Geschichte von Gutenberg.
1. Die Geschichte von Gillenberg- unter dem Hause Gutenberg-
Waldsteiu.
Unter den Adelshäusern Steiermarks im ausgehenden12. Jahrhundert nimmt das Haus Gutenherg oder, wie essich vordem nannte, Waldstein eine ganz hervorragendeStellung ein. Die Burg Gutenberg erscheint in unserenUrkunden erst in den Achtzigerjahren dieses Jahrhunderts.Vom 1. Oktober 1187 ist die in Gutenherg ausgestellte Ur-kunde datiert, * 1 in der Herzog Ottokar von Steiermark be-stätigt, daß der „Vornehme“ (nohilis) Liutold von Guten-berg einen Teil seiner Güter seinen beiden Töchtern Kuni-gunde und Gertrud überträgt, wogegen sie die Bewilligunggehen, daß er das Patronatsrecht über die Kirche vomSt. Dionys bei Bruck an der Mur und 50 Huben zu seinemSeelenheile an eine Kirche oder wem er sonst wolle, über-trage. Sehen wir die Zeugenreihe durch, so werden wir leichtfinden, daß sie zum großen Teile dem Verwandtenkreise desHauses Stubenberg entnommen ist, dieses vielleicht selbstzu dem Hause Gutenberg in verwandtschaftlichen Beziehungensteht, über die sich freilich nichts Bestimmtes sagen läßt,aber wir vermerken unter den Zeugen einen Rudolf vonRase, einen Landfried von Eppenstein, einen Otto vonKrems, deren nahe Beziehungen zum Hause Stubenberg fest-stehen, sowie endlich einen Ulrich von Stubenberg und diedrei demselben Hause angehörigen Liutold, Rudolf und Gott-schalk von Neidherg.
An demselben Tage beurkundet der Herzog unter der-selben Zeugenreihe, daß auch Liutolds Gemahlin, die vor-
1 Urkundenbuch des Herzogtums Steiermark, bearbeitet von Zahn,
I 667/8.