Vorbemerkungen.
An anderer Stelle wurde bereits erörtert, in welcherWeise die reichhaltigen Archivalien des steirischen Herren-hauses Stubenberg in das steiermärkische Landesarchiv ge-kommen sind und welche Bereicherung dieses mächtig empor-strebende Archiv durch die ihm hiedurch neu zugewachsenenSchätze erfahren hat . 1 Unsere früheren Bemerkungen undAusführungen bezogen sich größtenteils auf die seinerzeitin Kapfenberg beziehungsweise Widen aufbewahrten Archi-valien, aber wir konnten doch schon damals den Nachweisfüliren, daß auch von den Archivsbeständen des SchlossesGutenberg ein erheblicher — vielleicht der wertvollere Teilan das steiermärkische Landesarchiv abgegeben worden war.Über das, was dort zurückblieb, hörte man verschiedeneeinander entgegengesetzte Meinungen. Während die einensich vernehmen ließen, in Gutenberg sei außer Verwaltungs-akten jüngerer Zeit kaum etwas Wichtiges mehr zu finden,hörte man von anderer Seite, daß für die Familien-, vielleichtauch für die Landesgeschichte daselbst noch viel wertvollesMaterial zu holen sei. Es war eine nach jeder Seite hindankenswerte Tat der für die Geschichte ihres alten Hausesso eifrig wirkenden Gräfin Anna Buttler, geborenen Gräfinund Herrin von Stubenberg, daß sie eine Einsichtnahme indie Bestände des Gutenbergischen Archivs möglich machte,worauf dann durch die Intervention des Herrn Grafen Karlvon Stubenberg die auf gewisse Bedingungen hin zugesagteÜbergabe dieses Archivs an das steiermärkische Landes-archiv erfolgte. Es bedarf keiner besonderen Hervorhebung,daß sich dieses steiermärkische Herrenhaus hiedurch neuer-dings um die steiermärkische Geschichtsforschung und Ge-schichtsschreibung hohe Verdienste erworben hat: nicht ge-ringere freilich um die dauernde Erhaltung dieser Archiv-
1 J. Loserth, Das Archiv des Hauses Stubenberg, Veröffentli-chungen der historischen Landeskommission XXII. Graz 1906.
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