6
Das Archiv des Hauses Stubenberg.
nehme (nobilis) Matrone Elisabeth, aus ihrem Erbgut einen Teilausgeschieden, um ihn zu ihrem Seelenheil frommen Stiftungenzuzuführen. 1 Leider kann man nicht sagen, welchem Hause dieMatrone angehörte; so viel ist sicher, daß es ein wohlbegütertesgewesen sein muß, da diese Urkunde den Reichtum Elisa-beths ausdrücklich anmerkt. 2 Auch eine spätere Urkunde —sie ist vom 27. Juni 1214 datiert — legt hievon Zeugnisab. 3 Wir ersehen hieraus, daß sie und wohl auch ihr Gattedem Stande der Vollfreien angehörten. Außer den beidengenannten besitzen sie noch eine dritte Tochter NamensOttilie. Sie ist 1188 Äbtissin zu Göß. Wir lernen sie inder Urkunde de dato Weiz 11. Mai 1188 kennen, in welcher ihrVater im Begriffe, die Kreuzfahrt anzutreten, ihrem Klosterdas Patronatsrecht der genannten Pfarre St. Dionys ob Bruckan der Mur überträgt. 4 Am gleichen Tage gibt er dem KlosterGöß den Ort Romatschachen bei Pischelsdorf, dann einenHof bei St. Dionys ob Bruck, den die Äbtissin von ihmum 50 Mai’k gekauft hatte. Wie man all diesen Urkundenentnimmt, ist der Mannsstamm des Hauses im Erlöschen;doch bevor dieses Moment betont wird, ist noch ein andererUmstand herauszuheben. Wir befinden uns in der Zeit, inder der Name eines Geschlechtes sich oft mehrmals nachdem der Burg ändert, in der die Familie jeweils ihren Wohn-sitz aufschlägt. Auch die Familie der Vollfreien von Guten-berg hat ihren Namen gewechselt. Noch in einer Urkundeaus dem Jahre 1174 wird Liutold von Waldstein genannt,einer Burg, die westlich von Feistritz an der Mur gelegenist. 5 Liutolds Urgroßvater Maganus nannte sich — er wirdausdrücklich als homo nobilis bezeichnet 6 — de SanctoDionysio, Er lebte in den Tagen des Erzbischof Gebhard
1 Ebenda 668/070.
2 Fecit exceptionem de omnibus prediis suis, quorum copiam divinasibi contulit gracia.
3 Ebenda II. 198: Domina Elisabeth illustris matrona uxor Liutoldinobilis de Gutenberck de multis et magnis possessionibus,quas ipsa iure hereditario possidebat. . .
4 Ebenda I, 671/2.
5 S. hierüber die sachgemäßen und überzeugenden AusführungenKarl Ferdinand Kummers: Das Ministerialengeschlecht von Wildonieim 59. Band des Archivs f. öst. Geschichte S. 197.
6 Urkundenbuch, I 318. Mansum istum dedit Maganus homo no-bilis, avus Liutoldi senioris de Sancto Dionysio, temporibus Gebehardiarchiepiscopi.