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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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154 Deutschland II.

die sie aber kummervoll senkten; auch allerlei silberne Gefäße, Trink-geschirre und Gerätschaften, die zum alten Tempcldienste gehörten,wurden vorübergetragen mit ängstlicher Eile; im Gewiihle zeigtensich auch große Stiere mit vergoldeten Hörnern und behängt mitBlumenguirlanden; endlich, auf einem erhabenen Triumphwagen,strahlend in Purpur und mit Rosen bekränzt, erschien ein hohes,wunderschönes Götterwcib, Zu dieser trat nun der Ritter heran unduberreichte ihr das Pergamentblntt des Priesters Palumnus; dennin ihr erkannte er das Marmvrbild, das seinen Ring besaß. Alsdie Schöne die Zeichen erblickte, womit jenes Pergament beschriebenwar, Hub sie jammernd die Hände gen Himmel, Thräneu stürztenaus ihren Augen, und mit verzweiflnngsvoller Gebärde rief sie:Grausamer Priester Palumnus! du bist noch immer nicht zufriedenmit dem Leid, das du uns zugefügt hast! Doch deinen Verfolgungenwird bald ein Ziel gesetzt, grausamer Priester Palumnus!" Nachdiesen Worten reichte sie dem Ritter seinen Ring, und dieser fandin der folgenden Nacht kein Hindernis mehr, seine Ehe zu vollziehen.Der Priester Palumnus aber starb den dritten Tag nach jenem Ereignis.

Diese Geschichte las ich zuerst in dem Nons Vvnsris von Kvrnmann.Unlängst fand ich sie auch angeführt in dem absurden Buche überZauberei von Del-Rio, welcher sie aus dem Werke eines Spaniersmitteilt; sie ist wahrscheinlich spanischen Ursprungs. Der Freiherrvon Eichendorff, ein neuerer deutscher Schriftsteller, hat sie zu einerErzählung aufs anmutigste benutzt. Die vorletzte Geschichte hat eben-falls ein deutscher Schriftsteller, Herr Willibald Alexis, zu einer Novellebearbeitet, die zu seinen poetisch geistreichsten Produkten gehört.

Das oben erwähnte Werk von Kornmann, Nons Vonsris, oderder Benusberg, ist die wichtigste Quelle für das ganze Thema, welchesich hier behandle. Es ist schon lange her, daß es nur mal zu Augengekommen, und nur aus früherer Erinnerung kann ich darüber be-richten. Aber es schwebt mir noch immer im Gedächtnis, das kleine,etwa dritthalbhundert Seiten enthaltende Büchlein mit seinen lieb-lichen alten Lettern; es mag wohl um die Mitte des 17. Jahr-hunderts gedruckt sein. Die Lehre von den Elementargeistern istdarin aufs bündigste abgehandelt, und daran schließt der Verfasserseine wunderbaren Mitteilungen über den Vennsberg. Eben nachdem Beispiele Kornmanns habe auch ich bei Gelegenheit der Elcmentar-geister von der Transformation der altheidnijchen Götter sprechenmüssen. Diese sind keine Gespenster, denn, wie ich mehrmals angeführt, sie sind nicht tot; sie sind uncrschaffene, unsterbliche Wesen,die nach dem Siege Christi sich zurückziehen mußten in die unter-irdische Verborgenheit, wo sie, mit den übrigen Elementargeisternzusammen hausend, ihre dämonische Wirtschaft treiben. Am eigen-tümlichsten, romantisch wunderbar, klingt im deutschen Volke die