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8 (1898) Deutschland : 2
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Die Götter im Exil.

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Ball schlug, seinen Ring, der ihm bei diesem Spiele hinderlich wurde,von seiner Hand abzog und, damit er nicht verloren gehe, an denFinger eines Marmorbildes steckte. Als aber der Ritter, nachdemdas Spiel beendigt war, zu der Statue, die eine heidnische Göttinvorstellte, zurückkehrte, sah er mit Schrecken, daß das marmorne Weibden Finger, woran er seinen Ring gesteckt hatte, nicht mehr gerade,wie vorher, sondern ganz eingebogen hielt, so daß es ihm unmöglichwar, den Ring wieder von ihrem Finger abzuziehen, ohne ihr dieHand zu zerbrechen, welches ihm doch ein seltsames Mitgefühl nichterlaubte. Er ging zu seinen Spielgenossen, um ihnen dieses Wunderzu berichten, und lud sie ein, sich mit eigenen Augen davon zu über-zeugen. Doch als er mit seinen Freunden zurückkehrte, hielt dasMarmorbild den Finger wieder gerade ausgestreckt, wie gewöhnlich,und der Ring war verschwunden. Einige Zeit nach jenem Ereignissebeschloß der Ritter in den heiligen Ehestand zu treten, und er feierteseine Hochzeit. Doch in der Brautnacht, als er eben zu Bette gehenwollte, trat zu ihm ein Weibsbild, welches der oben erwähnten Statueganz ähnlich war an Gestalt und Antlitz, und sie behauptete: dadurch,daß er seinen Ring an ihren Finger gesteckt, habe er sich ihr an-gelobt, und er gehöre ihr als rechtmäßiger Gemahl. Vergebenssträubte sich der Ritter gegen diesen Einspruch; jedesmal, wenn ersich seiner Anvermühlten nahen wollte, trat das heidnische Weibsbildzwischen ihm und ihr, so daß er in jener Nacht auf alle Bräutigams-sreuden verzichten mußte. Dasselbe geschah in der zweiten Nacht,sowie auch in der dritten, und der Ritter ward sehr trübsinnig ge-stimmt. Keiner wußte ihm zu helfen, und selbst die frömmsten Leutezuckten die Achsel. Endlich aber hörte er von einem Priester, NamensPalumnus, der sich gegen heidnischen Satansspuk schon öfter sehrhilfsam erwiesen. Dieser ließ sich lange erbitten, ehe er dem Ritterseinen Beistand versprach; er müsse dadurch, behauptete er, sich selberden größten Gefahren aussetzen. Der Priester Palumnus schriebalsdann einige sonderbare Charaktere auf ein Stück Pergament undgab dem Ritter folgende Weisung: er solle sich um Mitternacht inder Gegend von Rom an einen gewissen Kreuzweg stellen; dortwürden ihm allerlei sonderbare Erscheinungen vorüberziehen; dochmöge er sich von allem, was er höre und sehe, nicht im mindestenverschüchtern lassen, er müsse ruhig verharren; nur wenn er dasWeibsbild erblicke, an deren Finger er seinen Ring gesteckt, solle erhinzutreten, und ihr das beschriebene Stück Pergament überreichen.Dieser Vorschrift unterzog sich der Ritter; aber nicht ohne Herzklopfenstand er um Mitternacht am bezeichneten Kreuzwege, wo er denseltsamen Zug vorüberziehen sah. Es waren blasse Männer undFrauen, Prächtig gekleidet in Festgewanden aus der Heidenzeit; einigetrugen goldene Kronen, andere trugen Lorbeerkränze aus den Häuptern,