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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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Deutschland II.

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Ich nannte es:Doktor Faust, ein Tanzpoein," Doch dieses Tanz-Poem ist nicht zur Aufführung gekommen, teils weil in der Saison,für welche dasselbe angekündigt war, der beispiellose Sncceß der so-genannten schwedischen Nachtigall jede andere Exhibition im Theaterder Königin überflüssig machte, teils auch weil der Ballettmeister ausZÄprit eis oorp» eis ballst, hemmend und säumend, alle möglichenBöswilligkeiten ausübte. Dieser Ballettmeister hielt es nämlich füreine gefährliche Neuerung, daß einmal ein Dichter das Libretto einesBalletts gedichtet hatte, während doch solche Produkte bisher immernur tum Tanzasfen seiner Art, in Kollaboration mit irgend einerdürftigen Litteratcnseele, geliefert werden. Armer Faust! armer Hexenmcistcr! so mußtest du ans die Ehre verzichten, vor der großen Victoriavon England deine Schwarzkünste zu produzieren! Wird es dir indeiner Heimat besser gehen? Sollte gegen mein Erwarten irgendeine deutsche Bühne ihren guten Geschmack dadurch bekunden, daß siemein Opus zur Aufführung brächte, so bitte ich die hochlöblicheDirektion bei dieser Gelegenheit auch nicht zu versäumen, das deinAutor gebührende Honorar, durch Vermittlung der Buchhandlungvon Hoffmann >k Campe in Hamburg, mir oder meinen RechteNachfolgern zukommen zu lassen. Ich halte es nicht für überflüssigzu bemerken, daß ich, um das Eigentumsrecht meines Balletts inFrankreich zu sichern, bereits eine französische Übersetzung druckenließ und die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl Exemplare an gehörigemOrte deponiert habe.

Als ich das Vergnügen hatte, dem Herrn Lnmley mein Ballctt-man uskript einzuhändigen und wir bei einer dusligen Tasse Thec unsüber den Geist der Faustsage und meine Behandlung derselben unter-hielten, ersuchte mich der geistreiche Impresario, das Wesentliche unseresGespräches aufzuzeichnen, damit er späterhin das Libretto damit ireichern könne, welches er am Abend der Aufführung seinem Publikumzu übergeben gedachte. Auch solchem freundlichen Begehr nachkommend,schrieb ich den Brief an Lnmley, den ich abgekürzt am Ende diesesBüchleins mitteile, da vielleicht auch dem deutschen Leser diese flüchtigenBlätter einiges Interesse gewähren dürften.

Wie über den historischen Faust, habe ich in dem Briefe anLumley auch über den mythischen Faust nur dürftige Andeutungengegeben. Ich kann nicht umhin, in Bezug auf die Entstehung undEntwickelung dieses FausteS der Sage, der Faustfabel, hier dasResultat meiner Forschungen mit wenigen Worten zu resümieren.

Es ist nicht eigentlich die Legende vom Thevphilns, Seneschalldes Bischofs von Adama in Sicilien, sondern eine alte anglosächsischc,dramatische Behandlung derselben, welche als die Grundlage derFaustfabel zu betrachten ist. In dem noch vorhandenen plattdeutschenGedichte vomTheophilus sindaltsächsischc oderanglosächsischeArchaismen,