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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
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1l)4 Deutschland II,

Merkwürdig übereinstimmend sind in dieser Hinsicht die Aussagender Hexen, wie wir sie in den Hexenprozesscn aller Lande findenkönnen. Diese Damen, die ihre fleischlichen Verbindungen mit demTeufel eingestanden, sogar ans der Folter, erzählen immer von derKälte seiner Umarmungen; eiskalt, klagten sie, waren die Ergüssedieser teuflischen Zärtlichkeit. Er erschien ihnen gewöhnlich im Gewandeines Höflings, mit einer roten Feder auf dem Kopfe.

Der Teufel ist kalt, selbst als Liebhaber. Aber häßlich ist ernicht; denn er kann ja jede Gestalt annehmen. Nicht selten hat ersich ja auch mit weiblichem Liebreiz bekleidet, um irgend einen frommenKlosterbruder von seilten Bußübungen abzuhalten oder gar zur sinn-lichen Freude zu verlocken. Bei andern, die er nur schrecken wollte,erschien er in Tiergestalt, er und seine höllischen Gesellen. Besonderswenn er vergnügt ist und viel geschlemmt nnd gebechert hat, zeigter sich gern als ein Vieh. Da war ein Edelmann in Sachsen, derhatte seine Freunde eingeladen zu einem Gastmahl. Als nun derTisch gedeckt und die Stunde der Mahlzeit gekommen und alles zu-gerichtet war, fehltet: ihn: seine Gäste, die sich einer nach dem andernentschuldigen ließen. Darob zornig, entführen ihm die Worte:Wennkein Mensch kommen will, so mag der Teufel bei mir essen mit derganzen Hölle!" und er verließ das Haus, um seinen Unmut zu verschmerzen. Mittlerweile kommen in den Hof hereingeritten großeund schwarze Reiter, und heißen des Edelmanns Kitecht seinen Herrnsuchen, um ihm anzuzeigen, daß die zuletzt geladenen Gäste ange-langt seien. Der Knecht, nach langen: Suchen, findet endlich seinenHerrn, kehrt mit diesem zurück, haben aber beide nicht den Mut,ins Haus hineinzugehen. Denn sie hören, wie drinnen daS Schlemmen,Schreien und Singen immer toller wird, und endlich sehen sie, wiedie besoffenen Teufel in der Gestalt von Bären, Katzen, Böcken,Wölfen und Füchsen ans offene Fenster treten, in den Pfoten dievollen Becher, oder die dampfenden Teller und mit glänzendenSchnauzen und lachenden Zähnen heruntcrgriißcnd.

Daß der Teufel in Gestalt eines schwarzen Bockes dem Konventeder Hexen präsidiert, ist allgemein bekannt. Welche Rolle er in dieserGestalt zu spielen Pflegt, werde ich später berichten, wenn ich vonHexen und Zauberei zu reden habe. In dem merkwürdigen Buche,worin der hochgclahrte Georgius Godelmanus über dieses letztereThema einen wahrhaften und folgebegründcten Bericht abstattet, findeich auch, daß der Teufel nicht selten in der Gestalt eines Mönchserscheint. Er erzählt folgendes Beispiel:

Als ich in der berühmten hohen Schule zu Wittenberg dieRechte studierte, gedenkt mir noch wohl, etlichemal von meinen Lehrmeistern daselbst gehört zu haben, daß vor Luthers Thür gekommensei ein Münch, welcher heftig an der Thiirc geklopft, und wie ihm