Elementargeister. 97
Geschlechts nannten sich Wölsungcn. — Hnnding war der König einesreichen Landes, das nach ihm Hundland hieß; er war ein großerKrieger und der Bater zahlreicher Söhne, die zum Kampf ausgezogen.Der König Hunding und der König Sigmund lebten miteinander inFeindschaft und Krieg, und töteten einander gegenseitig ihre Freunde— Granmar war der Name eines mächtigen Königs, der auf einerAnhöhe, Swarinshöh genannt, residierte; er hatte viele Söhne, vonwelchen der eine Hodbrodd, der andere Gudinund und der dritteStarkoddr hieß. Hodbrodd wohnte der Königsversammlung bei, undward mit Sigrun, der Tochter Högnis, verlobt. Als aber diese hiervonKunde erhielt, schwang sie sich mit den Walküren aufs Roß, unddurchschweifte die Lüste und das Meer, um Helgi aufzusuchen. Helgibefand sich damals zu Logafjcill; er hatte gegen Hundings Söhnegekämpft, hatte Alf, Eiolf, Hagbard und Herward getötet, und er-müdet von der Schlacht ruhte er unter der Adlerklippe aus. Dortfand ihn Sigrun; sie fiel ihm um den Hals, umarmte ihn (unterihrem Helm) und sprach: „Mein Bater hat mich mit dem bösen SohneGranmars verlobt, aber ich habe ihn tapfer wie den Sohn einerKatze genannt. In wenigen Nächten wird der Fürst kommen, wenndu ihn nicht auf das Schlachtfeld lockst, und die Königstochter ent-führst." Da fühlte sich der Held von Liebe zu der Jungfrau er-griffen; aber Sigrun hatte den Sohn Sigmunds schon leidenschaftlichgeliebt, bevor sie ihn gesehen. Die Tochter Högnis folgte daher ihremHerzen, indem sie sagte, daß sie Helgis Liebe bedürfe. „Aber," fuhrSigrun fort, „ich sehe, o Prinz, den Zorn der Freunde unseresHauses voraus, weil ich den liebsten Wunsch meines Vaters vereitelthabe." Helgi antwortete: „Kümmere dich nicht um den Zorn Högnisnoch mir den Groll deines Stammes; du wirst bei mir wohnen,Jungfrau; du bist, wie ich sehe, von edler Herkunft." Helgi ver-sammelte eine große Zahl Krieger und hieß sie zu Schiff steigen, undfuhr mit ihnen gen Frekastein; auf dein Meere wurden sie von einemheftigen Sturm überfallen, der sie in Lebensgefahr brachte, die Blitzezuckten rings am Himmel, der Strahl fuhr hinab und traf ihreSchiffe. Da sahen sie neun Walküren in den Lüften reiten, undsie erkannten Sigrun; bald legte sich das Unwetter, und sie erreichtenwohlbehalten das Ufer. Die Söhne Granmars lagerten auf eineinBerge, als die Schiffe ans Land kamen. Gudmund warf sich aufsein Pferd und ritt zum Meere hinab, um die Ankömmlinge inAugenschein zu nehmen. Da zogen die Wölsungen ihre Segel auf,und Gudmund frug: „Wer ist der König, der über diese Flotte gebeutund dies furchtbare Heer in unser Land führt?" Der Sohn Sigmundsantwortete ihm stolz und herausfordernd, und Gudmund kehrte mitder Kriegsbotschaft zurück. Alsbald sammclteu die Söhne Granmarsein Heer, in welchem sich viele Könige befanden, sowie auch Hvgni,Heine's Werte, vnr. Bd, 7