Druckschrift 
8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
Seite
88
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Deutschland N,

Er setzte sich in daS Federgewand,

Flog fort wohl über das Wasser;

Da "traf er den wilden Nachtraben an,Auf der Klippe im Meere saß er.

Wohl über das Wasser flog er fort,Inmitten des Snndes kam er;

Da hört' er einen erschrecklichen Laut,

Eine häßliche Stimme vernahm er:

„Willkommen, German, du fröhlicher Held,So lange erwarte ich deiner;

Als deine Mutter dich mir versprach,Da warst du viel zarter und kleiner."

,,„O laß mich fliegen zu meiner Braut,Ich treffe fbei meinem Worte!),

Sobald ich sie gesprochen hgb',

Dich hier auf demselben Orte.""

„So will ich dich zeichnen, daß immerdarIch dich wiedererkenne im Leben.

Und dieses Zeichen erinnere dichAn das Wort, das du mir gegeben."

Er hackte ihm aus sein rechtes Aug',Trank halb ihm das Blut aus dem Herzen;Der Ritter kam zu seiner BrautMit großen Liebesschmerzen.

Er setzte sich in der Jungfrau» Saal,Er war so blutig, so bleiche;

Die kosenden Jungfraun in dem Saal,Sie verstummten alle sogleiche.

Die Jungfraun ließen Freud' und Scherz,Sie saßen still so sehre;

Aber die stolze Jungfrau AdelutzWarf von sich Nadel und Schere.

Die Jungfraun saßen still so sehr,Sie ließen Scherz und Freude;

Aber die stolze Jungfrau AdelutzSchlug zusammen die Hände beide.

„Willkommen, German, der fröhliche Held,Wo habt Ihr gespielet so mutig?

Warum sind Eure Wangen so bleichUnd Eure Kleider so blutig?"