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8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
Seite
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Deutschland N,

„„Dein Gold und Silber verlang' ich nicht,Ich verlange bessere Gaben,

Was du trägst unter dem Leibgurt dein,Das will ich von dir haben/"'

„Was ich trage unter dem Leibgurt mein,Das will ich dir gerne geben;

Das sind ja meine Schlüssel klein,

Nimm hin, und laß mir mein Leben!"

Sie zog heraus die Schlüssel klein,

Sie warf sie ihm über Borde.

Der wilde Rabe von dannen flog,

Er hielt sie freudig beim Worte.

Und als die Kön'gin nach Hause kam,Sie ging am Strande spazieren,

Da merkt sie, wie German, der fröhliche Held,Sich unter dem Leibgurt thät rühren.

Und als fünf Monde verflossen dahin,Die Königin eilt in die Kammer,

Eines schönen Sohnes sie genas,

Das ward zu großem Jammer.

Er ward geboren in der Nacht,

Und getauft sogleich den Morgen,

Sie nannten ihn German, den fröhlichen Held,Sie glaubten ihn schon geborgen.

Der Knabe wuchs, er wußte sich gut .Im Reiten und Fechten zu üben,

So oft seine liebe Mutter ihn sahThät sich ihr Herz betrüben.

„O Mutter, liebe Mutter mein,

Wenn ich Euch vorübergehe,

Warum so traurig werdet Ihr,

Daß ich Euch weinen sehe?"

„„So wisse, German, du fröhlicher Held,Dein Lebeir ist bald geendet,

Denn als ich dich unter dem Leibgurt trug,Hab ich dich dem Raben verpfändet.""

„O Mutter, liebe Mutter mein,

O laßt Eu'r Leid nur fahren!

Was mir mein Schicksal bescheren will,

Davor kauu mich niemand bewahren."