Druckschrift 
8 (1898) Deutschland : 2
Entstehung
Seite
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Geständnisse. 27

Treppe hinabsteigend, sah ich unten eine Tafel mit der Inschrift:,?n,rtö2 an eonoisi-As", und ich beeilte mich, ein paar artige Wortean den wackeren Mann zu richten; ich machte ihm mein Komplimentüber die Reinlichkeit seines berühmten Mietsmannes, der sich jedenDonnerstag wasche. Sehen Sic, bemerkte ich ihm, die Reinlichkeit istcm gar seltenes Ding bei den Gelehrten, und z. B. der berühmteCasaubonus wusch sich mir einmal im Jahre, zur Fastnachtzeit, viel-leicht um sich zu vermummen. Der Thürschließer machte mir einetiefe Verbeugung und erwiderte mit seufzender Stimme: „Sie sindcin gar treuherziger Mensch, mein Herr, ich muß Sie enttäuschen:Das erlauchte Individuum, welches ich zu meinen Mietsleuten zähle,verbraucht eben nicht allzuviel Seinewasser, die Anvergnaten werdendurch ihn nicht reich, und in Betreff der Reinlichkeit ist er so einkleiner Casaubonus." Bei diesen Worten schlug er ein Gelächter auf,und ich entfernte mich, gleichfalls lachend, ohne zu wissen warum.

lim mir ein französisches Aussehen zu geben, schlenderte ich kokettsiirbaß und trällerte die Melodie vor mich hin:

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als ich ein großes Gebäude vor mir auftauchen sah, das man mirals das Pantheon bezeichnete. Dasselbe trug gleichfalls eine Inschrift,aber in Marmor, und, statt eines «?a.r1>z? an porbisr", las mandort: „Den großen Männern das dankbare Vaterland." Beim Ein-treten erblickte ich nur ein riesiges Gebäude voller Leere, eine ArtSteinballon, in dessen Mitte ganz allein ein langer, dürrer Engländerspazierte, der seinen Knicks eis ?aris im Maule und die Daumenseiner gekrümmten Hände in den Armlöchern seiner Weste trug. Ichnäherte mich ihm überaus höflich und sagte ihm: vsrx Unsoxbibition! Ich fügte sogar hinzu: Vsr^ lins incissck! denn ichhoffte, er werde bei der Antwort seinen Knicks aus dem Maule fallenlassen, wie der Rabe in der Fabel den Käse aus seinem Schnabelfallen läßt. Aber der Knicks, dessen ich mich bemächtigen wollte, umetwas darin nachzusehen, fiel nicht; der englische Rabe hielt seineZähne znsammengeklcmmt, und ohne mich im mindesten zu beachten,ging er fort. Ich that dasselbe, und folgte ihm dicht ans den Hackenbis zum Portikus. Dort, vor der Säulenreihe der Fassade, bemerkteich die pausbäckige Gestalt einer dicken Person, einer Frau mit großenBrüsten, wie man damals die Göttin der Freiheit abbildete. Ver-mutlich war sie die Pförtnerin des Pantheons. Es schien mir, alshabe der Anblick des Sohnes von Nlbion sie in eine treffliche Launeverseht. Mir ein Zeichen des Verständnisses mit ihren Auglein zu-blinzelnd, die wie Glühwürmchen in dem feisten Gesicht funkelten,machte sie sich über den armen Engländer lustig, und ich hörte zum