fünfter Abschnitt. Z8?
eignen Aemtern b>) für sich gesorgt hatten, oder ihre Col-lege» und Verwandten nicht verrathen wollten. Emerhatte es dem andern in der Menge, und dem Glänze sei-ner Dlcnstlcute zuvor zu thun gesucht, und derselbe Geist,welcher seit einem halben Jahrhundert den neuen Mllitair-siand so ansehnlich vermehrt hat, reihte jeden, vom Kay-ser bis auf den geringsten Edelvogt, sich ein eignes Dienst-gefolge zu halten. Die Zehnten sowohl als die Herbst-uud Mayschatzungen und andre Krominkünste wurden mitfreudiger Hand dazu verschwendet, ohne daß man in man-chen Landern auch nur einmal ein Register darüber hielte,was solchergestalt dem Heerbann entzogen oder aufgebürdetund zur Lohnung der Dlenftmannschafc hergegeben wurde ;daher auch in der Folge das Reich so wenig ein richtigesHeerbanns - als DimstmannschastSkataster c), welches letz-tere jedoch, w'.ewohl sehr unvollkommen in der Reichsma-trikel durchblickt, erhalten hat. Die Kayser, welche sichalles von solchen Gefolgen und wenig vom Heerbanne ver-sprachen, gicngen in ihren Besreyungen und Verleihun-gen immer weiter oder handelten darüber im Bausch undBogen 6), und das Volk, was solchergestalt von allen,die es schützen sollten, verrathen wurde, hatte keine Re-präsentanten die dagegen austreten konnten. Der bischöf-liche Send war bald nur noch die einzige VolkSverjamlung,welche auf gewisse Weise den Mangel der Dietine hätte er-setzen können. Aber auch der Bischof suchte nur sein Ge-folge zu vergrößern, und der Send siel bald so, daß erdenselben nicht mehr in Person abhielt, und die Vorneh-mer« davon zurückblieben. Auf dieser Versamlung wur-den sonst alle Arten von Verbrechen e), wenn sie auchschon vor dem Gesandten oder dein Grafen mit Gelde ge-
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