dritter Abschnitt.
Z45
H. 9.
Deren Folgen.
Die hießgen Völker trauten almalig diesem Plan undliessen sich die römische Freundschaft, eine bescheidne Art vonHerrschaft a), gefallen, sielleten die in Gefolge derselben ih-nen obliegende Hüissvölker, und erkannten, daß die Freund-schaft mit den Römern ihnen die ganze Welt öfnen, ihreFeindschaft aber nichts als Nachtheil bringen könnte. DieStatthalter am Niederrhein unterhielten sie nur aller Klug-heit bey diesen vernünftigen Gedanken, und ihr gutes Ver-nehmen würde die angenehmsten Folgen b>) gehabt haben,wenn nicht O.uintiliuS VaruS c) die Besorgung der Rö-mischen Angelegenheiten erhalten, und ein ander Systemgefaßt hatte. Dieser Mann, welcher bisher Syrien re-giert und erschöpft hatte, kam an die Stelle des SentiuSSaturninuS, dem sein aufrichtiges und angenehmes We-sen ein allgemeines Vertrauen erworben hatte. Er ver-gaß sogleich den Unterschied zwischen Freunden und Unter-thanen, und behandelte das Land bis über die Weser schlech-terdings auf den Fuß einer überwundenen Provinz 6). Hie-durch erbitterte er alles gegen sich. Man dürfte sich aber nichtgegen ihn rühren, weil er mit einem starken Heere in einervortheilhaften Stellung am Niederrhsin stund, und dieganze Gegend in Furcht hielt. Endlich lockten e) sie ihndoch über die Lippe gegen die Weser, wo er sich in Sicher-heit ausbreitete. Allein auch in dieser Stellung, wo ereinige Vestungen im Rücken und eine mächtige Reserveunter dem Asprenas am Rhein hatte, schien er ihnen nochzu furchtbar. Sie musten ihn noch tiefer ins Land undaus se>nem Vortheil bringen.
Mosers Osnabr. Gesch. i.TH.
K
s) LibI