zweyter Abschnitt. 12z
H. 17.
Von ihren Wohnungen.
Die Wohnung eines gemeinen Bauren ist in ihrenPlan so vollkommen, daß solche gar keiner Verbesserungfähig ist, und zum Muster dienen kann. Der Hcerd istfast in der Mitte des Hauses, und so angelegt, daß dieFrau, welche bey demselben sitzt, zu gleicher Zeit alles über-sehen kann. Em so grosser und bequemer Gesichtspunktist in keiner andern Art von Gebäuden. Ohne von ih-rem Stuhle aufzustehen, übersieht sie zu gleicher Zeit dreyThüren, dankt denen die Hiereinkommen, heißt solche beysich nicdersitzen, behält ihre Kinder und Gesinde, ihrePferde und Kühe im Auge, hütet Keller und Kammer,spinnet immerfort, und kocht dabey. Ihre Schlafstelleist hinter diesem Feuer, und sie behält aus derselben ebendiese grosse Aussicht, sieht ihr Gesinde zur Arbeit aufstehn,und sich niederlegen, das Feuer verloschen und anbrennen,und alle Thüren auf- und zugehen, höret ihr Vieh fressen,und beachtet Keller und Kammer. Jede zufällige Arbeitbleibt in der Kette der übrigen. So wie das Vieh ge-füttert, und die Dresche gewandt ist, ruht sie wieder hin-ter ihrem Spinnrade. Diese vereinigten Vortheile ma-chen, daß die Bauern lieber beym Heerde als in der Stu-be sitzen n). Ein rings herum niedrig abHangendes Stroh-dach schützt die allzeit schwachen Wände, wärmt Hausund Vieh, und wird mit leichter Mühe von ihnen selbstausgebessert. Ein grosses Vordach schützt das Haus nachWesten, und deckt zugleich den Schweinkoben. Und umendlich nichts zu verlieren, liegt der Mistfahl vor derAus-farth wo angespannet wird. Ich erwehne dieser Vortheile
mit