Vorrede.
gönnet hatte, selbst auszuarbeiten. Und in dieser Ab«ficht wandte ich zuerst, nachdem ich bereits zwanzigJahre mit Arbeiten von ganz andrer Art beladen ae-wesen, einige ersparte Stunden darauf, um die nö-thigen Auszüge zu machen. Bey der Arbeit aber fühl-te ich bald, daß die neuern Zeiten durchaus das Lichtder alten nöthig hätten. Ich ward daher zuerst ge-rwkhicm, bis zu der Epoche des mit Herzog Heinrichdein Löwen gesprengten Gwßherzogchums Sachsen zu-rück zu gehen. Wie ich hier war, nmste ich die Ver-fassung unker Carl dem Grossen haben, und endlich,um solche recht anzulegen, in die ältesten Zeiten hin-auf gehen.
Hier wäre mir die Arbeit meines Freundes beson-ders nöthig gewesen; und ich wünsche noch immer, daßsolche von seinem geschickten Vetter, der sich bereitsdurch glückliche Proben zeigt, der Welt bekannt wer-den möge. Denn ich habe vieles übergangen, wasnicht zu meiner Absicht gehörte; und unser beyder Ge-sichtspunkt ist sehr von einander unterschieden gewesen;indem ich vorzüglich die Geschichte unserer Rechte, Sit-ten und Gewohnheiten zu entwickeln mich bemühet, unddie Begebenheiten ziemlich nach dieser Absicht geordnetHabs; er aber mit alier ihm eignen Genauigkeit dieVorfälle, ohne solchen eine gewisse Richtung zu die-sem oder jenen; Ziele zu geben, erzählet und beschrie-ben hat. Mein Freund würde Fehler vermieden ha-ben; ich aber habe nothwendig sehr oft gefehlt, in-dem man sich gegen das fünfzigste Jahr seines Altersnicht ungestraft in sin Feld wagt, worin man in sei-nen