Romancero — Letzte Gedichte.
Ewigkeit, wie bist du lang,
Länger noch als tanscnd Jahr;
Und der Satan kommt am End';
Frißt mich auf mit Haut und Haar.
35.
Stunden, Tage, EwigkeitenSind es, die wie Schnecken gleiten;Diese grauen RiescnschneckenIhre Hörner weit auSrccken.
Manchmal in der öden Leere,Manchmal in dem NcbclmcereStrahlt ein Licht, das süß und golden.Wie die Augen meiner Holden.
Doch im selben Nu zerstäubetDiese Wonne, und mir bleibetDaS Bewußtsein nur das schwere,Meiner schrecklichen Misere.
36.
Worte! Worte! keine Thaten!Niemals Fleisch, geliebte Puppe,Immer Geist und keinen Braten,Keine Knödel in der Suppe!
Doch vielleicht ist dir zuträglichNicht die wilde Lendcnkraft,
Welche galoppieret täglichAuf dem Roß der Leidenschaft.
Ja, ich furchte fast, es riebe,- Zartes Kind, dich endlich ansJene wilde Jagd der Liebe,
Amors Stceplechcsc-Wettlanf.
Viel gesünder, glaub' ich schier,Ist für dich ein kranker MannAls Liebhaber, der gleich mirKaum ein Glied bewegen kann.
Deshalb unsrcm Hcrzcnsbund,Liebste, widme deine Triebe;
Solches ist dir sehr gesund,
Eine Art Gesnndheitslicbe.