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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
255
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Letzte Gedichte.

Laßt man sich vom Fleische lacken,Das ist immer nach verzeihlich;

Ader Vuhlschaft mit dem Knochen,

Diese Sünde ist abscheulich!

Das ist Satans böse Tücke,Er verwirret nnsre Sinne:

Wir verlassen eine Dicke,

Und wir nehmen eine Dünne!

32.

Glaube nicht, daß ich aus DummheitDulde deine Teufeleien;

Glaub auch nicht, ich sei ein Herrgott,Der gewohnt ist zu verzeihen.

Deine Rücken, deine TückenHab' ich freilich still ertragen.

Andre Lcnt' an meinem PlatzeHatten längst dich totgeschlagen.

Schweres Kreuz! Gleichviel, ich schlepp'Wirst mich stets geduldig finden —

Wisse, Weib, daß ich dich liebe,

Um zu büßen meine Sünden.

Ja, du bist mein Fegefeuer,

Doch ans deinen schlimmen ArmenWird geläutert mich erlösenGottes Gnade und Erbarmen.

33.

Hab' eine Jungfrau nie verführetMit LiebeSwort, mit Schmeichelei;Ich Hab' auch nie ein Weib berühret,Wüßt' ich, daß sie vermählet sei.

Wahrhaftig, wenn eS anders wäre,Mein Name, er verdiente nichtZu strahlet! in dem Buch der Ehre;Man dürft' mir spucken ins Gesicht.

34.

Ewigkeit, wie bist du lang,Länger noch als tausend Jahr;Tausend Jahre brat' ich schon,Ach! und ich bin noch nicht gar.