Druckschrift 
3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Erstes Buch.

r r e n.

Wenn man an dir Verrat geübt,Sei dn um so treuer;

Und ist deine Seele zu Tode betrübt.So greife zur Leier.

Die Saiten klingen! Ein Heldenlied,Voll Flammen und Glitten!

Da schmilzt der Zorn, und dein GemütWird süß verbluten.

Nhnmpsenit.

Als der König RhampsenitEintrat in die goldne HalleSeiner Tochter, lachte diese,

Lachten ihre Zofen alle.

Auch die Schwarzen, die Eunuchen,Stimmten lachend ein, es lachtenSelbst die Mumien, selbst die Sphinxe,Daß sie schier zu bersten dachten.

Die Prinzessin sprach:Ich glaubteSchon den Schatzdicb zu erfassen,

Der hat aber einen totenArm in meiner Hand gelassen.

Jetzt begreif ich, wie der SchatzdicbDringt in deine Schatzhauskammern,Und die Schätze dir entwendet,

Trotz den Schlössern, Riegeln, Klammern.

Einen Zauberschlüssel hat er,Der erschließet allerortenJede Thüre, widcrstehnKönnen nicht die stärksten Pforten.

Ich bin keine starke Pforte,

Und ich Hab' nicht widerstanden;Schätzchntend diese NachtKam ein Schntzlein mir abhanden."