Letzte Gedichte. 153
Seltsam! AuS des WunderglaubensWunderzeit klingt mir im SinneHeut beständig die GeschichteVon Don Juan Ponce de Leon,
Welcher Florida entdeckte,
Aber jahrelang vergebensAufgesucht die WundcrinsclSeiner Sehnsucht: Biniiui!
Bimini! bei deines NamensHoldem Klang, in meiner BrustBebt das Herz, und die verstorbnenJngcndträume, sie erwachen.
Auf den Häuptern welke Kränze,
Schauen sie mich an wehmütig;
Tote Nachtigallen flöten,
Schluchzen zärtlich, wie verblutend.
Und ich fahre auf, erschrocken,
Meine kranken Glieder schüttelndAlso heftig, daß die NähteMeiner Narrenjacke Platzen —
Doch am Ende muß ich lachen,
Denn mich diinkct, PapageienKrischten drollig und zugleichMelancholisch: Bimini.
Hilf mir, Muse, kluge BcrgfeeDes Parnasses, GottcStochter,
Steh mir bei jetzt und bewähreDie Magie der edlen Dichtkunst —
Zeige, daß du hexen kannst,
Und verwandle flugs mein LiedIn ein Schiff, ein Zanberschiff,
Das mich bringt nach Bimini!
Kaum Hab' ich daS Wort gesprochen,
Geht mein Wunsch schon in Erfüllung,
Und vom Stapel des GedankensLäuft herab das Zanberschiff.
Wer will mit nach Bimini?
Steiget ein, ihr Herrn und Damen!
Wind und Wetter dienend, bringtEuch mein Schiff nach Bimini.