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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
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126
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126 Romancero — Letzte Gedichte.

Diamanten, deren LichterAbglanz, Widerschein des Himmels,Hcrzblutglühende Rubinen,

Fleckenlose Turkoasen,

Auch Smaragde der Verheißung,Perlen, reiner noch als jene,

Die der Königin AtossaEinst geschenkt der falsche Smcrdis,

Und die späterhin geschmücketAlle NotabilitätcnDieser mondnmkreistcn ErdeThais und Kleopaira,

Jsispriestcr, Mohren surften,

Auch Hispanicns KöniginnenUnd zuletzt die hochverehrteFrau Baronin Salomen —

Diese weltberühmten Perlen,Sie sind nur der bleiche SchleimEines armen Austertiers,

Das im Mecrgrund blöde kränkelt:

Doch die Perlen hier im KästchenSind entquollen einer schönenMcnschensecle, die noch tiefer,Abgrundtiefer als das Weltmeer —

Denn es sind die ThräuenperlenDes Jehuda ben Halevy,

Die er ob dem UntergangVon Jerusalem geweinet. —

Perlenthräneu, die, verbundenDurch deS Reimes goldnen Faden,Aus der Dichtkunst güldnen SchmiedeAls ein Lied hervorgegangen.

Dieses PerlenthräncnliedIst die vielberühmte Klage,Die gesungen wird in allenWeltzerstreuten Zelten Jakobs

An dem neunten Tag des Monats.Der geheißen Ab, dem JahrstagVon Jerusalems ZerstörungDurch den Titus VespnsianuS.