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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
125
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Drittes Buch, Hebräische Melodien,

Damals war so sonneitgoldigUnd so purpurn mir zu Mute,Meine Stirn umkränzte Weinlaub,Und es tönten die Fanfaren —

Still davon! — gebrochen liegtJetzt mein stolzer SiegeSwagcn,Und die Panther, die ihn zogen,

Sind verreckt, so wie die Weiber,

Die mit Pank' und ZimbclklangenMich umtauzten, und ich selbstWälze mich am Boden elend,Kriippelelcnd — still davon!

Still davon! — eS ist die RedeVon dem Kästchen des Darins,Und ich dacht' in meinem Sinne:Kam' ich in Besitz des Kästchens,

Und mich zwänge nicht Finanznot,Gleich dasselbe zu versilbern,So verschlösse ich darinDie Gedichte unsrcs Rabbi —

Des Jehuda ben HalevyFestgesänge, Klagelieder,Die Ghaselen, NciscbildcrSeiner Wallfahrt — Alles ließ ich

Von dem besten Zvphar schreibenAuf der reinsten Pergamenthaut,Und ich legte diese HandschriftIn das kleine gvldne Kästchen,

Dieses stellt' ich auf den TischNeben meinem Bett, und kämenDann die Freunde und erstauntenOb der Pracht der kleinen Truhe,

Ob den seltnen Basreliefen,

Die so winzig, doch vollendetSind zugleich, und ob den großenInkrustierten Edelsteinen —

Lächelnd würd' ich ihnen sagen:Das ist nur die rohe Schale,

Die den bessern Schatz verschließet —Hier in diesem Kästchen liegen.