Nomancero — Letzte Gedichte.
Hier erblickt er MelisandcnEndlich auch mit Leibesaugcn,Die jedoch des Todes SchattenIn derselben Stunde deckten.
Seinen letzten LiebessangSingend, starb er zu den FüßenSeiner Dame Mclisande,Markgräfin von Tripolis.
Wunderbare ÄhnlichkeitIn dem Schicksal beider Dichter!Nur daß jener erst im AlterSeine große Wallfahrt antrat.
Auch Jehuda ben HalevyStarb zu Füßen seiner Liebsten,Und sein sterbend Haupt, es ruhteAuf den Knien Jerusalems.
III.
Nach der Schlacht bei ArabellaHat der große AlexanderLand und Leute des Darias,Hof und Harem, Pferde, Weiber,
Elefanten und Dariken,
Krön' und Zepter, golduen PlunderEingesteckt in seine weitenMaccdonschen Pluderhosen.
In dem Zelt des großen Königs,Der entflohn, um nicht höchstselbstGleichsalls eingesteckt zu werden.Fand der junge Held ein Kästchen,
Eine kleine güldne Truhe,Mit MiniaturbildwerkenUnd mit inkrustierten SteinenUnd Kameen reich geschmückt —
Dieses Kästchen, selbst ein KleinodUnschätzbaren Wertes, dienteZur Bewahrung von Kleinodien,Des Monarchen Leibjuwelen.
Letztre schenkte AlexanderAn die Tupfern seines Heeres,Darob lächelnd, daß sich MännerKindisch freun an bunten Steinchen.