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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
75
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Zweites Buch. Lamentationen. 75

„Doch nicht immer ist es Sonntag,

Und nicht immer gicbt's Garbanzos,

Und der OberkoppelmeisterRegalicrt sie mit der Peitsche.

„Denn der Oberkoppelmeister,

Der die Ställe mit der Meute,

Sowie auch den NeffenkäfigUnter seiner Aufsicht hat,

„Ist der unglücksel'ge GatteJener sauren CitronellaMit der weihen Tellerkrnuse,

Die wir heut bei Tisch bewundert.

„Und sie keift so frech, daß oftIhr Gemahl zur Peitsche greift —

Und hierher eilt und die HundeUnd die armen Knaben züchtigt.

„Doch der König hat mißbilligtSolch Verfahren und befahl,

Daß man künftig seine NeffenNicht behandle wie die Hunde.

„Keiner fremden MietlingsfaustWird er ferner anvertrauenIhre Zucht, die er hinfüroEigenhändig leiten will."

Don Diego stockte Plötzlich,

Denn der Seileschall des SchlossesKam zu uns und frug unsHöflich: ob wir wohlgespeist? — —

Dcr Ex-Lclieitdigc.»)

Brutus, wo ist dein Kassius,Der Wächter, der nächtliche Rufer,Der einst mit dir, im Seelenerguß,Gewandelt am Seine-Ufer?

Ihr schautet manchmal in die Höh',Wo die dunklen Wolken jagen —

Viel dunklere Wolke war die Idee,Die ihr im Herzen getragen.

") Fürst Püiklcr, welcher seinen littcrarischcn Rns mit den „Briefen einesVerstorbenen" gründete.