Roinancero — Letzte Gedichte.
Ros' Pompon, der Proveu^alin,Die den Namen KöniginDir mißgönnt und als RivalinDich verklatscht mit niederm Sinn.
Arme Königin des Spottes,
Mit dem Diadem von Kot,
Bist gerettet jetzt durch GottesEw'ge Güte, du bist tot.
Wie die Mutter, so der VaterHat Barmherzigkeit geübt,
Und ich glaube, dieses that er,
Weil auch du so viel geliebt.
Der Apollogott.
I.
Das Kloster ist hoch auf Felsen gebaut,Der Rhein vorüberrauschet;
Wohl durch das Gitterfenster schautDie junge Nonne und lauschet.
Da fahrt ein Schifflein, märchenhaftVom Abendrot beglänzet;
Es ist bewimpelt von buntem Tafft,Von Lorbeern und Blumen bekränzet.
Ein schöner blondgelockter FantSteht in des Schiffes Mitte;
Sein goldgesticktes PurpurgewandIst von antikem Schnitte.
Zu seinen Füßen liegen daNeun marmorschöne Weiber;Die hochgeschürzte TunikaUmschließt die schlanken Leiber.
Der Goldgelockte lieblich singtUnd spielt dazu die Leier;
Ins Herz der armen Nonne dringtDas Lied und brennt wie Feuer.
Sie schlägt eilt Kreuz, und noch einmalSchlägt sie ein Kreuz, die Nonne;
Nicht scheucht das Kreuz die süße Qual,Nicht bannt es die bittre Wonne.