ZZ
als eine „vcrmaledeictc Abgötterei" verwerfen, so freut sichder katholische Christ dankbar des Besitzes dieses unblutigenOpfers und nennt es mit dem h. Franz v. Salcs: „Die Sonnealler geistlichen Uebungen, den Mittelpunkt der christlichen Re-ligion,' das Herz der Andacht, die Seele der Frömmigkeit, einunaussprechliches Geheimuiß, das den Abgrund der göttlichenLiebe umfaßt, weil Gott sich selbst wesentlich darin uns mit-theilt, und den Rcichthum seiner Gaben und Gnaden an unsverherrlicht." Philothca 2. Theil, 14. Kap.
Von der kotzten Oeluita-Was lehrt die katholische Kirche von der h. Oelung?
Sie lehrt, daß die h. Oelung der Kranken von Christus, un-serem Herrn, a!s ein wahres und wirkliches Sakrament des neuenBundes eingesetzt worden sei und dem gerechtfertigten KrankenGnade an Leib und Seele crtheile. Conc. v. Tr. 14. Sitz.Kau. 1 ff. von der Oelung.
14Z. Woraus beweiset sie diese Lehre?
Aus dem Briefe des h. Jakobus 5, 14: „ IstJemand krankunter euch, so berufe er zu sich die Priester der Kirche und siesollen über ihn beten, mit Ocl ihn salbend im Namen desHerrn; und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfenund der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er in Sundenist, so werden sie ihm crlaffcn werden." Somit lehrt sie, daßdie h. Oelung:
1. Die Vergehen, die etwa noch auszusühncn sind und dieUcberbleibsel der Sünden tilgt;
2. Die Seele des Kranken erleichtert und stärkt, indem siein ihm ein großes Vertrauen ans die göttliche Barmherzigkeiterregt, wodurch der Kranke unterstützt die Beschwerden undMühseligkeiten der Krankheit nicht so schwer trägt, und auchden Versuchungen des nachstellenden Teufels leichter widersteht;und
3. Zuweilen die Gesundheit des Leibes, wo es dem Heileder Seele frommen mag, verleihet. Conc. v. Tr. 14. Sitz.Kap. 2. Kan. 1. ff. von der Oelung.
144. Wird die h. Oelung als eine Entlassung aus der Kirche beim Tode
betrachtet?
Nein, sondern als ein Gnadcnmittcl für die Krauken, be-sonders für diejenigen, die so gefährlich darnieder liegen, daßsie sich am Ende ihres Lebens zu befinden scheinen; daher esauch das Sakrament der Sterbenden genannt wird. Ohnedies kann hierbei nicht von Entlassung ans der Kirche Redesein, da die katholische Kirche eine Gemeinschaft der Hei-ligen bekennt, d. h. eine lebendige und wirksame Liebesgcmein-schaft zwischen den Seligen des Himmels, den leidenden Seelendes Fegfcuers und den Christglänbigen auf Erden, die als einegeistige nicht durch den Tod des Leibes aufgelöst werden kanu.