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Dritter Abschnitt.
Von dem Zustande deS Menschen nach dem Falle.
S9. Was ist die Lehre der katholischen Kirche von dem Zustande des Men-schen nach dem Falle?
1. Adam verler durch die Uebertretuug des göttlichen Gebotesseine ursprüngliche Gerechtigkeit und Heiligkeit (Unschuld), wurdedem Tode unterworfen und an Leib sind Seele verschlimmert.
2. Der freie Wille wurde zwar geschwächt, nicht abergänzlich verloren und ausgetilgt.
3. Dieser sündhafte Znstand Adams geht auf alle seineNachkommen über, und zwar vermöge der Abstammung von ihmmit der Folge, daß Niemand durch sich im Stande ist, Gottwohlgefällig zu handeln und in anderer Weise gerecht vor ihmzu werden, als allein durch das Verdienst Jesu Christi. Concilvon Trient 5. Sitzung.
60. Was lehren dagegen die Protestanten?
Daß der Mensch mit dem Ebcnbilde Gottes auch seine ur-sprüngliche Unschuld und alles Vermögen, Gutes zu thnn, ver-loren habe, und daß der Mensch nach dem Fall geboren werdemit einer total verderbten, sündlichcn Natur und Neigung zumBösen.
6l. Ist es wahr, daß der Mensch durch die Sünde Adams alles Ver-mögen, Gutes zu thun, verloren hat?
Nein, denn dann wäre
1. der Mensch ebenso wenig fähig gewesen, sich zum Christcn-thume zil wenden, als ein willenloses Thier; er hätte also dazugezwungen werden müssen, und den Inden, welche dasselbe ver-worfen, könnte Niemand einen Vorwurf machen.
2. Wir gewahren in der ganzen alten Welt ein Suchennach Wahrheit. Der Mensch aber, welcher alles Vermögen,Gutes zu thun, verloren hat, strebt nicht nach Wahrheit undkann nicht darnach streben. Darum kann diese Lehre gewißnicht eine th eure Lehre der h Schrift genannt werden und istnoch weniger von dem h. Augustinus wider die Pclagianer ver-theidigt worden, wie das die Protestanten behaupten.
Dierter Abschnitt.
Von der Rechtfertigung und den guten Werken.
62. Was verstehen die Katholiken unter Rechtfertigung?Die Erhebung ans dem Znstande, in welchem der Menschals Sohn des ersten Adams geboren wird in den Zustand derGnade und Kindschaft Gottes durch den zweiten Adam, JesumChristum. Conc. v. Trient Sitz. 6. Kap. 4.