4) Daß die unerlaubten Ehen der Priester später sogar fürnull und nichtig erklärt wurden.
42. Was veranlaßt? die Kirche, von ihren Priestern den chelojen Stand
zu fordern ?
Außerdem, daß in's Besondere der Apostel Paulus durchWort und Beispiel den ehrlosen Stand empfiehlt, hat die Kircheauch noch aus andern Gründen denselben von den Priesterngefordert.
Diese find: 1) Die Heiligkeit und Reinheit des Lebens,welche wegen der Würde der Funktionen eines Priesters erfordertwerden;
2) Die Pflicht der Geistlichen, mit ganzer, ungcthciltcr Kraftden Obliegenheiten ihreS Amtes, der Lehre, dem Gottesdienste,dem Kraukenbesuche, kurz dem Heile der Gemeinde sich zu widmen;
3) Die freie, unabhängige Stellung, die dem Priester nöthigist, um sich über Meuscheufurcht und hemmende Einflüsse jederArt zu erheben u. s. w.
4Z. Was ist davon zu halten, daß die Protestanten das kirchliche Gebotdes ehelosen Standes der katholischen Priester verwerfen?
Daß ein solches Verwerfen nugegrüudct sei; denn die Kirchezwingt Keinen zum Eintritte in den geistlichen Stand, sondernläßt Jedem die Wahl, ob er heirathen und nicht in den geist-lichen Stand treten, oder ob er in den geistlichen Stand tretenund dann ehelos bleiben will; somit steht also nur der unterdem Gesetze, der sich freiwillig demselben unterwirft.44, Was lehren die Protestanten von dem Predi^tamte und dem Laie»-
standc?
Nach ihren Bekenntnißschriften findet kein Unterschied desStandes statt, sondern jedes Mitglied der Kirchengemeinschaft,welches die Taufe empfangen und nach erfolgter Confirmationden vollständigen Genuß "der kirchlichen Rechte erlangt hat,ist befähigt und berechtigt, das Predigtamt und die Verwaltungder Sakramente zu übernehmen; nur erfordert die Erhaltungder nothwendigen Ordnung, daß einzelne bestimmte Personenvon der Gemeinde oder ihren Repräsentanten damit beauftragtwerden, welches geschieht durch die Ertheilung eines geistlichenKirchcnamtes, ohne sakramentalische Weihe. — Daß aber dieseLehre der Einrichtung, welche Christus seiner Kirche gab, wider-spricht, geht aus Vorstehendem zur Genüge hervor. —
Zweiter Adtchnitt.
Von der h. Schrift und der Tradition.
45. Was lehren die Katholiken und Protestanten von der h Schrift?Beide halten dieselbe für das Wort Gottes und verstehendarunter eine Sammlung einzelner Bücher, von welchen sie mitZuversicht behaupten, daß dieselben nicht nach menschlichem