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willig übernommene gute Werke (als Beten, Fasten, Almosen-geben in st w.) und durch Beobachtung der von der Kirchedurch den Priester vorgeschriebenen Bußnbnngcn.
119. Wofür sind die kirchlichen Genuzthuungs-Werke zu halten?
Thcils für Besscrungsmittel, um die Uebcrbleibsel der Sün-den zu heilen und die sündhaften Neigungen aufzuheben, theilsfür eigentliche Strafen.
120. Hat die katholische Kirche auch die Macht, diese zeitlichen Strafenabzukürzen oder ganz zu erlassen?
Ja, durch die ihr von Christus übertragene Gewalt zu losenund zu binden; und diese Erlassung der zeitlichenStrafen der Sünden, nachdem bereits die Schuldund ewige Strafe erlassen sind, nennt man Ablaß;dieser ist entweder ein unvollkommener (Abkürzung derzeitlichen Strafen), oder ein vollkommener (gänzliche Er-lassung dieser Strafen).
121. Welche Folgerung ziehen Protestanten aus der katholischen Lehrevon dem Bußsakramente ?
Sie behaupten, daß der Mensch nach dieser Lehre noch mehrGebete hersagen und gute Werke thun und mehr körperlicheLeiden erdulden könne, als er zur Erlangung seiner Sünden-vergebung nöthig habe.
122. Ist diese Folgerung gegründet?
Ganz und gar nicht- Nach obiger Darstellung des Bußst^.kramentcs muß sie Jedem als grundlos erscheinen. Zugleichwird dadurch klar, daß sie nur aus völligem Mißverständnisseder Lehre von den Gcnugthuungswerken entstehen konnte, dadiese nicht zur Erlangung der Sündenvergebung nöthigsind, sondern zur Tilgung der zeitlichen Strafen-123. Was sagen Protestanten von den überzähligen guten Werken der
Heiligen?
Sic bürden der katholischen Kirche die Lehre auf, daß derPapst zu Rom diesen schätz von guten Werken, welcher durchdaß Verdienst Christi, der Apostel und der anderen Heiligenunendlich groß sei, zu verwalten habe, und einem Sünder nachBelieben davon verschenken, oder sogar für Geld davon ver-kaufen könne- Diese Behauptung geben sie als katholische Lehrevom Ablaß ans.
124. Was ist hierauf zu erwiedern?
Daß dieses gar nicht die Lehre vom Ablaß ist- (Vcrgl.Fr. 120-) Was aber den Schatz der Verdienste betrifft, sohat die katholische Kirche darüber nichts als Glau bcns leh rcfestgestellt. Daß der Papst vom Schatze der guten Werkenach Belieben verschenken oder sogar für Geld verkaufen könne,und für Geld die Pforten des Himmels öffne, — diese Be-hauptung muß der Katholik, als seiner Kirche durchaus fremd,mit gerechtem Unwillen durchaus zurückweisen.